Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei.
Samantha Kingston ist ziemlich perfekt, und denkt das auch von sich. Die Fakten sprechen für sie: Ihr Freund ist der Schwarm aller Schwärme, sie besitzt die beste Clique die man
nur haben kann und eine ziemlich verlässlichen Familie die ihr den ihr zustehenden Freiraum gibt - ja, sie hat
wohl alles, wovon all die anderen Looser an ihrer mittelmäßigen Schule
nur träumen können. Und doch stirbt sie. Einen ziemlich unspektakulären
und dummen Tod auch noch dazu. Pech gehabt? Nicht ganz: Seltsamerweise wacht sie
nach ihrem Unfall wieder auf. Und wieder. Und immer wieder. Was ganz
nach Murmeltierromantik aussieht, ist vielleicht mehr, als Samantha
zuerst vermutet. Nach und nach fängt sie an die Perspektive zu wechseln
und kommt zu einer Einsicht in ihrem Leben, die vorher vielleicht nie so
stattgefunden hätte...
"Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben
an dir vorbei, sagen sie" ist kein sehr spektakulär dramatisches Buch.
Nein, vielmehr wiederholt es oft Geschehnisse und kaut gewisse Dinge
immer und immer wider durch. Nichts für Menschen, die sich nicht in
Samantha und ihre Freunde hineinversetzen können - doch da punktet das
Buch auf großartige Weise: Lindsey und Co sind zuerst einmal ziemlich
oberflächlich und es gab viele Stellen an denen ich mich wirklich
beherrschen musste, nicht die Augen zu verdrehen. Wie schrecklich
amerikanisch unsubtil die doch alle sind!
Doch nach den ersten paar
"Tagen" ändert sich auch meine Perspektive: Ich kann verstehen, wieso
Samantha mit ihnen befreundet ist, wieso sie das Leben liebt wie es ist und war, und ich sehe, dass einige von ihnen
vielleicht nicht die perfekten Freunde für mich, aber doch zumindestens
für einander sind.
Die Charaktere dieses Buches sind vielschichtig
und werden unerwartet genau reflektiert, die Protagonistin wird von
Stunde zu Stunde sympathischer.
Es ist schwer dieses Buch in ein
Genre einzuordnen, dazu ist es zusehr weder Fisch noch Vogel. Irgendwie
weder Thriller noch Dystopie. Auch nicht wirklich Fantasy oder Drama. Es
gibt viele Möglichkeiten "Wenn du stirbst.." zu interpretieren und
gerade das macht das Buch so einzigartig. Hinzu kommen viele Stellen, an
denen der Leser wunderbar miträtseln und nachdenken kann, irgendwie
nachvollziehbare und emotional sehr interessant dargestellte aber keine
"gewöhnlichen" Charaktere - ein Buch, das mitnimmt und dennoch nichts
erklärt.
Mit einem Zitat von Lauren Oliver beende ich meinen Text: "Den Rest müsst ihr selbst herausfinden."
FÜNF von fünf Erdbeersternen.
Titel: Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie
Autoren: Lauren Oliver
Verlag: Carlsen Verlag
Seiten: 448
Erscheinungsdatum: 1. 09. 2010 (1. Auflage)
ISBN:
978-3-551-31200-6
Autorin aus: den USA
Wenn du stirbst... ist im Carlsen Verlag erschienen, bestellen kann man es hier.
Rose gähnt, und wacht auf. (Ja, in vielen Dystopien scheinen Leute zu
erwachen - ein allseits beliebtes Setting.) Dann stellt sie fest, dass
sie viele Jahrzehnte zu viel geschlafen hat. Und, man mag es vermuten,
viel verpasst. Nicht nur sind ihre Eltern tot, auch ist Rose auf
einmal Alleinerbin einer riesigen
Organisation.
Die Autorin zögert nicht lange und lässt die
Handlung sofort beginnen, was sehr erfreulich ist. Zwar ist dies Anfangs etwas
verwirrend, alle Fäden lösen sich jedoch mit dem Fortlaufen der
Geschichte allmählich auf. Rose, die starke Probleme hat sich durch den langen
künstlichen Schlaf in ihrer neuen Welt zurechtzufinden und dies auch
authentisch verkörpert, hat eigentlich in ihrer jetzigen Umgebung nur
einen richtigen (gleichaltigen) Bekannten: Bren. Sohn eines Mitarbeites
ihrer Firma. Rose mag ihn, merkt jedoch, dass Bren mit ihrer
Altertümlichkeit und ihrem Benehmen leichte Probleme hat. Langsam realisiert
Rose, dass die Welt, in der sie aufgewachsen ist, gar nicht so rosig
(achtung Wortspiel!) gewesen war. Und vor allen Dingen nicht die Welt,
die da in der Zeit ihres Schlafs kam! Ohne etwas weiter zu verraten, hat
mich "Während ich schlief" sehr überrascht. Kein Puzzelteilchen blieb
vergessen und die Lektüre entpuppte sich als sehr gut durchdachte und
ziemlich clevere Geschichte. Ja, man könnte schon fast sagen, ein
Thriller.
Die Handlung ist nicht durchwegs spannend aber wie
schon erwähnt, durchwegs logisch und überraschend. Die Charaktere sind
originell und sehr sympathisch - besonders reizend fand ich hierbei die
Liebesbeziehung zwischen Rose und Xavier, die wirklich liebevoll und
einfühlsam erzählt wird. Nach und nach werden sowohl Rose als auch dem
Leser die Ausmaße der Erzählung klar - und das ist das, was sie so
einmalig macht. Fast so, als würde man zu Anfand nur einen kleinen Teil
des Bildes sehen, und erst am Ende die Größe und die Darstellung auf der
Leinwand begreifen. "Während ich schlief" ist ein Buch, das wirklich
viele Emotionen wecken kann. Trauer, Angst, Mitgefühl, Abscheu,
Fassungslosigkeit. Das schaffen wirklich nur die wenigsten Bücher. Eine
absolute Empfehlung an alle Dystopienliebhaber.
FÜNF von fünf Erdbeerpunkten.
Titel: Während ich schlief
Autorin: Anna Sheehan
Verlag: Goldmann Verlag
Seiten: 351
Erscheinungsdatum: 14. 10. 2011
ISBN: 9783442475650
Autorin aus: den USA
Während ich schlief ist im Goldmann Verlag erschienen, bestellen kann man es hier.
Im Jahr 2015 wird in Großbritannien wird ein neues Umweltgesetz
eingeführt: Um den Co2 Ausstoß zu verringern bekommt jeder Bürger des
Landes eine sogenannte Energiekarte - auf dem sein genauer Verbrauch an
Energie aufgeführt werden. Je nach sozialer Situation bekommt man eine
bestimmte Anzahl an Punkten für das Jahr zugeteilt.
Für Laura ein
ziemlicher Schlag in den Bauch: Nicht nur, dass ihre Familie fast
überall in der Wohnung laufen lässt, was laufen gelassen werden kann,
nein, ihr ganzes alltägliches Leben geht damit den Bach hinunter! 1
Stunde Fernsehen pro Tag und 5 Minuten duschen maximal? Wo soll das den
hinführen? Die Bandprobe mit ihren Freunden den "Dirty Angels" wird
damit auch komplizierter und als wäre das nicht genug, fängt die Umwelt
wieder an rumzuspinnen. Hitzewellen, Stürme... einfach alles.
Das
schöne an "Euer schönes Leben kotzt mich an": Ich erwischte mich
immer wieder wie ich im echten Leben über die Folgen des Klimawandelns
nachdachte und mir wirklich Gedanken machte, was ich wie wo an meinen
Gewohnheiten ändern könnte.. Das Buch berühte mich wirklich, gerade weil
es einen herrlich chaotischen britischen Alltag beschreibt wie er
ähnlicher dem Londoner Großstadtleben kaum sein könnte - Laura ist
sympathisch, die Handlung des Buches spannend, aber dennoch sehr
realitätsnah. Liebesbeziehungen sind nicht romantisiert, sondern leide
herbe wie das echte Leben. Vorbei mit muskulösen Männerarmen die nach
Aftershave riechen - die sind nämlich im Zuge der Rationalisierung
ausverkauft worden.
Das Buch ist gleichermaßen nicht dazu da, um zu
moralisieren - ob die Regierung nun wirklich so verrückt ist oder nicht,
wird nicht konkret beantwortet. Allerdings wird mit
Energieverschwendern sehr streng umgegangen und Lauras Schwester Kim hat
einiges zu befürchten. Im Grunde genommen wimmelt es in dem Werk von
Saci Lloyd nur so an Problemen: Und gerade das machte es mir so
sympathisch! Nichts ist einfach! Alles ist scheiße! (Und doch irgendwie
wieder gut. Manchmal.)
Ein lebensnaher Umweltroman der besonderen
Art welcher zugleich eine sehr zeitnahe Dystopie ist - hoffen wir nur,
dass er etwas bewirkt, und die Zukunft, die uns im Roman prophezeit
wird, noch lange ausbleibt.
FÜNF von fünf Erdbeerpunkten.
Titel: Euer schönes Leben kotzt mich an!
Autorin: Saci Lloyd
Verlag: Arena Taschenbuch Verlag
Seiten: 344
Erscheinungsdatum: Januar 2013
ISBN: 9783401027685
Autorin aus: Großbritannien
Euer schönes Leben kotzt mich an! ist im Arena Verlag erschienen, bestellen kann man es hier.
Soni lebt in der Play-Zone, und ist eine sehr erfolgreiche (wenn nicht
sogar die beste) Zockerin. Ihren Lebensunterhalt verdient sie indem sie
gewinnt - tausende von Gints, Soni haut jeden weg. Spielen ist das neue
Arbeiten von früher (auch wenn daran keiner so genau denken möchte).
Soni
selbst hat dabei nur ein Ziel vor Augen. Der neue MEISTER,
ungeschlagenes Zockerwunder, zu werden. Dahin ist sie auch auf dem
besten Weg, als sie auf einmal vom Staatschef der P-Zone einen riskanten
Auftrag erhält.. Doch Soni wäre nicht Soni, wenn sie nicht zum Zocken
bereit wäre.
I bet you'll die besitzt eine interessante Theorie:
Die Welt (oder zumindestens Teile davon) ist zu einer Spielscheibe
geworden,"normales" Arbeiten gehen ist für Außenständige, oder ziemlich uninteressante und langweilige Menschen. Wie zum Beispiel in der M-Zone, auch besser bekannt als Mother Zone. Dort haben sich nämlich alle Frauen versammelt, die es nicht aushielten, ihren Männern beim Verwarlosen und Gammeln zuzusehen.
Nein, ich mache keine Scherze - das Buch, sei dessen lapidare Handlung erst mal außen vor gelassen, spielt wirklich mit schwarz-weißen Genderklischees: Frauen zocken nicht (außer Soni, die sich schon mit 6 Jahren entschieden hat in der Play Zone zu bleiben anstatt bei ihrer Mutter in der M-Zone zu leben. Ja, Kleinkinder haben erstaunliche Entscheidungsfreiheiten.) und sind für Heim, Haushalt, Arbeit und alles "anständige" zuständig, Männer zocken gerne und können dabei ihre Grenzen kaum kontrollieren. Die beiden Zonen sind natürlich miteinander verfeindet und können sich auf den Tod nicht ausstehen.
Neben Genderproblemen behandelt das Buch auch (wie sollte es anders sein) Videospiele. Allerdings scheint der Autor* sich nicht wirklich mit aktuellen Videospielen beschäftigt zu haben, denn seine in der P-Zone vorhandenen Spiele ähneln kein bisschen den momentan modernen und teilweise sehr tiefgreifenden Rollen- und Storybasierten Games. In seiner Darstellung von Videospielen geht es nur um gewinnen oder verlieren: Andere Arten werden nicht thematisiert und sind folglich (in der P-Zone) nichtexistent.
Ein viel größeres Problem als diese oben angeführten haarsträubenden Darstellungen sind jedoch die Charaktere, die auch die letzte Hoffnung auf ein spannendes Buch zunichte machen: Soni ist ein unsympathisches Miststück die alles, aber auch alles kann (außer nett sein und Gefühle zeigen. Die Menschen in der Play Zone drücken sich nicht aus in dem sie Emotionen zeigen, sondern sie vor ihre Sätze stellen. Aggression. Wie kann so etwas sein!). Ihr bester Freund Kenjo ist eigentlich mehr Nervensäge als alles andere: Im Gegensatz zu Soni interessiert ihn das Zocken nicht so sehr, er interessiert sich viel mehr für das programmieren von Computerspielen (was auch nicht weiter thematisiert wird, was vielleicht mit der Simplizität der Spiele in der P-Zone zusammenhängt. Vielleicht WOLLEN die Chefs der P-Zone nicht, dass ihre Spiele komplexer werden, und vergleichen deshalb jedes Spiel mit altbackenen Spieleschlagwörtern wie Mario Cart, Pokemon u.Ä.? Wobei widerum auffällt, dass es kaum neumodische Spielebegriffe gibt. Ein Teufelskreis).
Die Handlung ist dabei unglaublich gerafft: Unendlich viele Zeitsprünge reihen sich an hastig dargestellten Momenten. Das Buch nimmt sich zuviel vor und vergisst dabei total die Hintergründe der P- oder M-Zone darzustellen, genaue Details werden nicht verraten und politische dreidimensionale Dimensionen vermisst man umsonst.
Das Ende des Buches deutes vieles an, ohne genaues zu sagen: Wofür sich Soni nun entschieden hat oder was ihre Ziele sind bleiben unklar, was nicht überrascht: In ihre Gedankenwelt konnte man sich sowieso nicht hineinversetzen. Fast hatte ich das Gefühl, dass der Autor selbst Soni nicht so recht leiden mochte (weshalb meiner Meinung nach auch ihr bester Freund mehr Screentime bekam und natürlich die Heldenrolle zugewiesen).
Finger weg! Ich habe selten einen derartig unsensiblen, großspurigen, schwarz-weißen und klischeehaften Roman gelesen.
KEINE
von fünf Erdeerdigits.
*der maßgeblich in der Medienbranche mit Kindern tätig ist und sich viel mit dem Thema Videospiele außeinandersetzt. Kann ja sein, merkt man leider nicht!
(Ich kann Euch beruhigen, dieser Text ist absolut spoilerfrei! (; )
Wie kann ich ein Review über ein Spiel schreiben, dass mir derartig gut gefällt, dass ich absolut nichts - nichts auszusetzen habe? So etwas geht kaum. Also, zum einen, dass ich nichts auszusetzen habe (sieht man mal von ein bis zwei kleinen Bugs ab) als auch das Schreiben. Klar, die Idee, in The Last of Us moralische Entscheidungen einzubauen, klingt gut - aber hätte das nicht die ergreifende Geschichte die uns hier in fast gänzlicher Vollkommenheit erzählt wird, kaputt gemacht? Oder zumindestens verfälscht? Denn dies ist genau das Stichwort, was ich brauche, um The Last of Us zu beschreiben: Unverfälscht, ehrlich.
The Last of Us hat im Grunde genommen eine simple Idee wie sie viele Apokalypsenwerke schon zuvor gehabt haben. Sogenannte Runner, Untote, von einer bösartigen Sorte Pilz befallenen Menschen, rotteten fast die gesamte Menscheit aus. Fast die gesamte? Nein, denn ein kleiner Teil Verbliebener kämpft auch Jahrzehnte danach noch gegen den inzwischen grausam und überlebensnötigen Alltag an. Die Menschen leben nun in kleinen Siedlungen oder Baracken, manche ziehen auch lieber mit Gangs umher und machen krumme Dinger, auf jedenfalls scheint es fast als hätte die Natur einen großen Teil der Erde zurückerobert.
In dem Spiel spielt man selbst den etwas in die Jahre gekommenen Joel, der sich nach fast 20 Jahren mehr oder weniger an das tagtägliche Überleben gewöhnt hat. Zusammen mit seiner Kollegin Tess macht er sich eines Tages auf, einen Deal mit einem Bekannten abzuschließen, der scheinbar die Lieferung der eingeplanten Waffen verzögert - aus welchem Grunde auch immer. Doch natürlich kommt es nicht ganz, wie geplant, und der Coup läuft schief: Stattdessen befindet er sich keine paar Stunden später im Besitz eines anderen Auftrages: Auf einmal soll er die 14 jährige Ellie quer durch die verseuchte Stadt Boston bringen, um an seine Waffen zu kommen.
Langer Trailer.
Kurzer Trailer.
The Last of Us ist ein Spiel, das durchwegs überraschen kann. Diese können zum einen storytechnisch, als auch moralisch bedingt sein. Als ich das Spiel startete hatte ich zwar schon hohe Erwartungen (der Hype hat seinen Beitrag geleistet) hätte aber bei weitem nicht gedacht ein derartig feinfühliges und sensibles Spiel spielen zu können, in dem nicht nur die Handlungen und Gefühle der Menschen nachzuvollziehen, als auch zu erkennen und wahrzunehmen sind."Ganz große klasse" klingt jetzt so platt und pauschal dahergesagt, trifft es aber dennoch im Kern, gerade weil das Spiel schon ab den ersten 5 Spielminuten mich an die Hauptfiguren bindet, wie kaum ein anderes. Doch auch im Laufe der Zeit weiß es zu begeistern: Kampfeinlagen wechseln sich mit gut dargestellt und reflektierende Videosequenzen ab, die sowohl tiefgründig sind als auch zum Nachdenken anregen.
Doch kommen wir zu den langweiligen Fakten:
Gameplay. Fair - und realistisch. Waffen sind nicht immer schnell zu handhaben oder zu wechseln, scheinen (soweit ich das beurteilen kann, ohne jemals eine Schusswaffe in der Hand gehabt zu haben :'D) aber realistisch getroffen zu sein. Gegner sind intelligent aber nicht unbedingt immer unberechenbar. Geräusche sind wichtig, Schleichen ein unabdinglichen Mittel um auch mal ohne Kämpfe aus Situationen hinauszukommen (was durchaus möglich ist - im Gegensatz zu Unchartet 1 oder 2). Medipacks und ähnliche Hilfmittel müssen hergestellt werden, dazu muss man sammeln, was widerum aber nicht schwer ist, solange man sich eine gute Portion Neugier bereitstellt.
Ladezeiten halten sich, wenn man mal vom Starten + Installieren des Spiels absieht, auch sehr in Grenzen. Falls man einen Encounter nochmal widerholen möchte, geht das meistens sehr schnell. Die Speicherpunkte sind dabei zumeist sehr fair gesetzt (im Gegensatz zu Bioshock: Infinite, da habe ich mich zum Teil kariert geärgert!) und häufig.
Zur Atmosphäre und Musik brauche ich im Grunde genommen nichts zu sagen. Erster Punkt versteht sich von selbst und ist durchwegs vorhanden und absolut greifbar, zweiter Punkt ist leise, aber beständig und einfühlsam.
The Last of Us ist vieles: Witzig, melancholisch, bedrückend, zärtlich, brutal, liebevoll - ein Spiel voller Facetten, die alle derartig gut um das komplexe und schwierige Thema des Vatergefühls herumgesponnen sind, dass man meint, selbst mit Joel und Ellie mitzuleben. Gerade im Hinblick auf das Ende, bleibt mir nur zu sagen, dass ich noch nie ein derartig lebensechtes Spiel spielen durfte. <3
Kyla wurde geslated - ihre Erinnerungen ausgelöscht, sozusagen
gerebooted (um ein paar der vielen Anglizismen dieses Buches
aufzugreifen). Kylas Leben beginnt also bei Null und sie kommt in eine
neue Familie. In dieser findet sie auch schnell Anschluss: Ihre neue
Schwester ist auch eine Slaterin, hat also auch einen Levo. Levo, das
ist so eine Art Armband, die Slater immer mit sich herumtragen müssen
und deren Technik mit den Nerven im Gehirn verbunden ist - sinkt die
Anzeige ihres Armbandes auf unter 2,0 , fallen die Tragenden in
Ohnmacht, werden sozusagen "abgeschaltet". Damit wird verhindert, dass
sie nochmal den Fehler begehen, den sie in ihrem vorherigen Leben
gemacht haben - sich von ihren Gefühlen überwältigen lassen und eine Tat
gegen die Gesellschaft in ihrer Form unternehmen.
Doch
irgendwann merkt Kyla, dass sie anders ist. "Kyla ist anders als alle
Anderen." ist so ein Satz, den man in diesem Buch sehr oft lesen muss.
Die Autorin verwendet ihn Schlagwortartig als ob sie den Leser einer
Gehirnwäsche unterziehen möchte. Die Protagonistin merkt, dass ihr Levo
nur dann steigt, wenn sie Verzweifelt ist - wenn sie jedoch
Aggressivität verspürt, bleibt er gleich. Sie versucht herauszufinden
warum..
Natürlich darf auch in "Gelöscht" eine für dieses Genre
typisierende Liebesgeschichte nicht fehlen: Kyla trifft in ihrem
späteren Schulalltag auf Ben, einen weiteren Slater, der sie verwirrt
und ihre sowieso schon angenagten Gefühle weiter durcheinanderbringt.
Der
Schreibstil Teri Terrys ist sehr einfach und flüssig zu lesen, passt
zur Geschichte und ihrer Atmossphäre - diese ist zwar nett, lassen in
mir jedoch keine richtigen Bilder der hiesigen Gesellschaft oder
Landschaft aufkommen, Kylas Gefühle werden jedoch, wenn auch recht
sachlich und passend zu ihr selbst darfestellt.
Klappentext des Buchrückens der HC Version, bibliogr. Angaben weiter unten.
Leider erfährt
der Leser auch in der Dystopie "Gelöscht" nur wenig über die genauen
Details zum historischen Kontext der Gesellschaft, wie man sie in diesem
Buch vorfindet - woher kamen die vielen Krawallen und Demonstrationen
in den Jahren zuvor ? Es fiel mir etwas schwer mir vorzustellen, wieso
man sich im Jahr 2054 dazu entscheidet die Technik des "Slatens"
einzusetzen und Jugendlichen (denn bei Erwachsenen und Kindern
funktioniert es natürlich nicht, sehr überraschent und leider nicht sehr
originell) ihre Erinnerungen sowie auch das Recht auf Aggressivität zu
nehmen.
Genauso wie der geschichtliche Hintergrund erklärt das Buch
in keiner Weise die sozialen Auswirkungen auf die Einführung einer
derartige Technik. Der Leser bleibt also allein gelassen mit Kyla und
den Reaktionen ihres Umfelds, die, ehrlich gesagt, nicht durchwegs
positiv sind. Es kann gut sein, dass meine Erwartungen an einen Young Adult Roman zu hoch erscheinen, allerdings rechtfertigt dies meiner Meinung nach nicht die Tatsache, dass mich durch die wenigen Informationen, die mir in "Gelöscht" zu ebengenannten Hintergründen begegneten, das Buch in gewissem Maße langweilte und enttäuschte.
Die Charaktere des Buches bleiben durchwegs blass
und ziemlich eintönig, überzeugen aber dennoch auf ihre Art und Weise.
Besonders sympathische Personen gab es dabei nicht, wobei mir jedoch
besonders Kyla, im Nachhinein betrachtet, ziemlich grau und langweilig
erscheint: Abgesehen von ihrer Leidenschaft fürs Laufen und den Sport
fällt mir keine Charaktereigenschaft ein, mit der ich sie beschreiben
könnte. Langweilig!
Dementsprechend ist auch mein Urteil: Kein
schlechtes, aber durchwegs auch kein überzeugendes dystopisches Buch mit
interessantem Ansatz, der aber bei weitem nicht ausgeschöpft wird.
Zudem besitzt das Buch noch den Nachteilnur der Anfang einer
dreiteiligen Buchreihe zu sein - die Ereignisse kommen erst in den
letzten beiden Kapiteln richtig ins rollen und werden genau an der
spannsten Stelle abgebrochen. Das neue Buch erscheint erst Anfang 2014.
Schade, dass Trilogien vermehrt immer mehr auf den "Cliffhängerzug"
aufspringen. Ich werde mir den zweiten Teil nicht kaufen.
von FÜNFErdbeerpockys.
Titel: Gelöscht
Autor: Terri Terry
Verlag: Coppenrath Verlag
Seiten: 432
Erscheinungsdatum: Juni 2013
ISBN: 978-3-649-61183-7
Autorin aus: den USA HIER kann man ins Buch hineinlesen.
Gelöscht ist im Coppenrath Verlag erschienen, bestellen kann man es hier. Vielen Dank an vorablesen.de und den Coppenrath Verlag für das Bereitstellen eines Leseexemplars!
We tell them we got lost looking for the bathroom.
Ehrlich gesagt traue ich mich an Game-Reviews, da ich sie so selten verfasse (was zum Teil daran liegt das ich einfach mehr lese als im Schnelldurchlauf Games durchzocke :'D), kaum noch ran. Das muss sich ändern! Also beginne ich gleich mal mit dem Gestern von mir beendeten Bioshock: Infinite. Wem das kein Begriff sei, hier der Trailer:
Die Storydieses Ego-Shooters (welche vor den Ereignissen von Bioshock 1 und Bioshock 2 spielt) ist einfach erzählt: Wir schreiben das Jahr 1912. Du spielst Booker DeWitt, New Yorker, einen in Schulden steckenden Privatdetekiv, der die junge Frau Elizabeth aus der Stadt in den Wolken, besser genannt Columbia, befreien soll. Wolken? Welche Wolken? Weil das amtierende Oberhaupt Columbia, der Prophet Comstock, irgendwann mal die spontane Idee hatte sich mit seiner Stadt und deren Bewohnern in die Luft abzusetzen.
Wer die Vorgänger Infinites gespielt hat, kann sich denken das die Handlung jedoch nicht so einfach bleibt, wie sie auf den ersten Blick ausschaut. Die üblichen Storytwists bleiben nicht aus und das Ende ist sehr überraschend und absolut genial. Wer jedoch denkt, dass das Spiel seinen Vorgänger (storytechnisch gesehen) ähnelt, liegt absolut falsch. Ohne zu viel zu verraten: Ihr werdet es kaum kommen sehen!
Welt.Die Atmosphäre Comubias ist erfrischend anders (und kein bisschen nass und düster). Hell, luftig und ziemlich schwindelerregend - die Macher des Spiels haben sich zudem alle Mühe gegeben eine dystopisch-verdrehte Welt, in der allesamt an den sehenden Propheten glaubt, darzustellen, ohne sie im 'üblichen' Bioshock Sinne unheimlich wirken zu lassen. Versteht mich nicht falsch, die Welt ist falsch und irgendwie komisch, allerdings nicht im Big Daddy + Little Sister Stil. Anstelle von Verfall, Drogensucht und Irren hat man eine friedliche, heile Welt, deren
Abgründe sich erst nach und nach still und heimlich vor einem auftun.
Gameplay.Wie man sich vielleicht bereits denken kann, lebt Bioshock: Infinite hauptsächlich von seiner Atmosphäre, die Steuerung des Spiels selbst (von mir gespielt: PS3 Version) ist für einen Shooter unkomplex und einfach. Wieder dabei: Der übliche Kampf wird durch die Schultertasten ausgeführt: Links für Fähigkeiten (hier: Plasmide), rechts die jeweilige Waffe. Letzteres gibt es nur noch zwei, zudem fallen die verschiedenen Munitionsarten komplett weg. Auch die Handhabung der Plasmide wurde vereinfacht (zudem erkennt man sie fast alle wieder). Zusätzlich zur Waffe gibt es nun noch den Greifhaken, an dem man sich achterbahnmäßig durch Columbia fortbewegen kann (hierbei habe ich mir sehr oft eine 3D-Brille gewünscht).
Ein ganz neues Feature (auch wenn es komisch klingt, sie so zu nennen) ist Elizabeth selbst: Sie hat die Fähigkeit Risse zu öffnen, durch die man in den schnellen Besitz nützlicher Helfer kommen kann. Mehr wird nicht verraten (:
Elizabeths KI ist im übringen ein Traum - endlich ein 'NPC' (auch wenn es sich fies anhört) der klug ist! Anstatt dumm rumzustehen oder blöde Kommentare abzulassen wirft sie DeWitt im Kampf immer wieder Heilpacks oder ähnliches zu, die sehr helfend sind. Okey, manchmal wirft sie einem auch das Falsche zu. Kann ja mal vorkommen. (Vielleicht braucht sie auch eine Brille.)
Grafik. Ja, klar - die PS3 Version ist nicht der Knaller schlechthin, aber dennoch konnte mich die Grafik trotz hie- und da schwammiger Texturen sehr überzeugen! Kleine Details an vielen Stellen versüßen das Spiel, mein Liebling waren die schlichten weißen Klappstühle am Battleship Bay, die mit dem Sternchen..
Kommen wir zu den Dingen, die ich für verbesserungswürdig gefunden hätte (man soll ja alles positiv formulieren):
Die Leveldesigns. Sind schlauchig, aber lang und abwechslungsreich - allerdings hätte ich mir wirklich WIRKLICH sehr eine Karte gewünscht. Die gibt es zwar, allerdings nur in der Spielwelt selbst, was einem nicht wirklich bei Nebenquests hilft.
Apropos.. Nebenquests. Gibt es sehr wenige. Oder ich habe einfach nicht genau genug hingeschaut. Ich weiß auch nicht, aber abgesehen von vielen versteckten Schlössern die Elizabeth ziemlich locker knackt konnte man neben Voxophones, Geld, Munition, Waffen oder Infusionen nicht viel entdecken.. (zum Sammeln, versteht sich - storytechnisch gab es immer viel zu entdecken!).
Mir fehlte ein bisschen das Hacken. Die Minigames, die immer so lustig waren (pff klingt das flach). Ja, die gibt es nicht mehr, dafür gibt es eine Fähigkeit, die sich Possession nennt. Nett, aber echt nicht das gleiche.
Emotionale Tiefe. Wohl mein größter Kritikpunkt - ich hätte mir noch mehr Interaktionen zwischen Booker und Elizabeth gewünscht. Sie reden zwar viel, aber die emotionale Tiefe Elizabeths schien mir doch an manchen Stellen etwas flach zu sein. Ohne zu viel zu spoilern: Nachdem ihr sie befreit, kommt sie ziemlich schnell mit der neuen Umgebung klar (sie war ihr ganzes Leben in einem Turm gefangen) und hat kaum Probleme sich zu orientieren und überhaupt die Menge an FREIHEIT um sich zu spüren. Natürlich macht sie im Spiel selbst einen ziemlichen emotionalen Wandel mit, dies muss man ihr zu Gute halten, aber meiner Meinung nach hätten die Macher ihr noch etwas mehr.. Raum für Persönlichkeitsentwicklung lassen können gerade da sie als Protagonistin unverzichtbar ist. Meiner Meinung nach hätte sie sogar im Kampf etwas mitkämpfen können! Sie ist zwar nicht hilflos, aber kommt hingegen SEHR schnell mit der Tatsache klar, dass Booker ziemlich viel schießt und mordet, zuckt mit den Schultern, und benimmt sich im Kampf dann nur etwas weniger ängstlich. Kämfende Frauen sind irgendwie (als Protagonisten, schließlich gibt es hier auch noch Fitzroy, für deren Abgang ich mir auch etwas mehr Originalität gewünscht hätte) in Bioshock ein Tabuthema*.
Wo wir auch schon beim zweiten Punkt wären: Moralische Entscheidungen. Gab es im zweiten Teil, im dritten gibt es die (hüstel) nicht mehr. Nicht ganz. Jedenfalls sind sie für den Verlauf des Spieles unwichtig und hätten gut in die Welt hineingepasst. Vielleicht bin ich nur zu Mass Effect verwöhnt, aber irgendwie finde ich es schon krass, dass man in diesem Spiel ohne Wimpernzucken ganz 'normale' Menschen abknallt, während in den ersten Spielen ja nur die "üblichen Irren" dran waren. Wenigstens ein paar Entscheidungen mit Auswirkungen hätten dem Spiel bestimmt mehr Tiefe verleiht.
Letztendlich bleibt Bioshock: Infinite, was es schon immer war: Ein Shooter mit Tiefgang und Originalität, wenn auch in diesem Teil etwas an emotionaler Tiefe gespart wurde (was natürlich hinsichtlich Bookers gewollt ist, denn mit großem unbekannten Protagonisten lassen sich herrliche Storyplots einbauen). Empfehlenswert für Fans der Reihe und Neulinge, da ich schön finde, dass Bioshock auch seine alten Bahnen verlässt und neue (atmosphärische) Tiefen erlangt**.
*Nicht ganz, wenn man die Big Sisters bedenkt natürlich, aber zu Elizabeth hätte eine kleine Pistole auch gut gepasst. **Auch wenn die Handymen nie an die Big Daddys herankommen können, versteht sich.
"Ein Jahr voller Wunder" nimmt sich, was vielen Büchern fehlt: Zeit.
Denn die gibt es in der Welt, in der die elfjährige Julia lebt, wirklich
genügend - die Erde hat angefangen sich langsamer zu drehen, die
Erdrotation spielt verrückt und die Folgen beeinflussen sämtliches Leben
auf dem Planeten. Viel wichtiger für Julia sind jedoch die direkten
Auswirkungen auf ihre soziale Umgebung: Ihre Eltern machen sich Sorgen,
ihre beste Freundin, Mormonin, zieht weg und lässt sie alleine.
Julia
fängt an zu lernen mit der Verlangsamung der Welt umzugehen und spürt
zum ersten Mal in ihrem Leben die Bedeutung des Wortes "Verlust". Die
lernt eine neue Art von Alltag und Liebeskummer, wie sie nur Elfjährige
haben können, kennen - und so hart es auch klingen mag: das Leben nimmt
seinen Lauf.
Wie keine andere schafft es Karen Thompson Walker in
die Sicht der jungen Julia abzutauchen und lebendig werden zu lassen.
Ihr poetischer, teils sinnlich-melancholischer (und trotzdem ab-
und zu nüchtern wirkender) Schreibstil lassen das Buch ernst wirken,
ohne zu bedeutungsschwanger zu werden: Dafür dreht sich der Roman zu
sehr um die begrenzte Welt der jungen Protagonistin, die die
Veränderungen mit doch ganz anderen Augen sieht, als die Erwachsenen um
sich herum. Erzählt wird das ganze von ihrem älteren Ich aus der
Zukunft, in einer Rückblende - lediglich störend empfand ich gegen Ende
des Buches die vielen Wortverwendungen wie "es war das letzte Mal, dass
ich..", "Ich konnte ja nicht ahnen, dass es das letzte Mal sein würde.."
u.Ä. Sie geben dem Buch am Ende mehr Dramatik, als es hätte sein
müssen.
Wer in dem dystopischen Buch Aktion und emotionale Klippen
und Berge erwartet, wird enttäuscht. Mit leisen, sanften und ruhigen
Tönen entführt die Autorin den Leser in eine sehr bewegende und
wunderschöne, wenn auch sehr traurige Welt. Die Helden des Buches
bleiben dabei durchwegs authentisch und sehr bildhaft - neben Julia und
ihrer Familie (inklusive Opa) gibt es da noch ihren heimlichen Schwarm
Seth, ihre Gothicfreundin Abbey und die jungsvernarrte Michaela - Sie
alle sind Teil von Julias Welt.
Die Erzählungen Julias werden hie-
und da leise von eingestreuten Anmerkungen und Erzählungen über den Rest
der Welt unterbrochen, die dem Leser ein objektiveres Bild auf die
Geschehnisse der Erde geben und sich sehr angenehm ins Gesamtbild der
Erzählung einfügen. Die Mischung aus ihrer subjektiven Sicht und der
Gesamtsituation sind passend zusammengefügt und einfühlsam dargestellt.
Ein
Vergleich mit dem genreähnlichen Werk "Die Welt, wie wir sie kannten"
ist hier unumgänglich: Auch hier wird gelernt, dass Leben in seiner
neuartigen Form zu akzeptieren und zu überleben. Alltag und Skurilität
vermischen sich mit den täglichen Schwierigkeiten und Hürden des Tages
(oder der Nacht). Dennoch ist es eine ganz andere Sichtweise (durch eine
andere Protagonistin), die hier vermittelt wird. Auch gibt es in diesem
Buch weniger drastische, sondern mehr kleine, familieninterne
Katastrophen - und doch sind beide der schriftliche Beweis dafür, dass
das Leben auch in bedrohlichen Umständen weitergeht.
Der Titelname des Buches
"Ein Jahr voller Wunder" wollte mir von Anfang an nicht wirklich
gefallen - zu kitschig, zu genreuntypisch und irgendwie
vorurteilsbelastet war er mir (genauso wie das Cover, unter dem ich mir
eine ganz andere Geschichte vorstellen würde). Doch ich wurde eines
besseren belehrt: Wer das Buch zu Ende ließt versteht, wieso der Titel
"Ein Jahr voller Wunder" besser kaum sein könnte, ganz wie das
Titelbild.
Letztendlich ist der Roman um die kleine Julia eine
herzzerreißende und bittersüßer sowie auch sehr realistische und nie ins
tragisch abweichende Geschichte um das Ende einer Welt - wie Julia sie
sah und erlebte.
FÜNF von FÜNF Wundern.
Titel: Ein Jahr voller Wunder
Autor: Karen Thompson Walker
Verlag: btb
Seiten: 320
Erscheinungsdatum: 13. Mai 2013
ISBN: 978-3442753635
Autorin aus: den USA HIER kann man ins Buch hineinlesen.
Ab und wann sieht man in der wöchentlichen Sneak Preview doch noch einen Film, der beeindruckt. In meinem Falle war es letzte Woche "The Purge", der meiner fachkundlichen Meinung nach diese Woche noch rauskommt. Worum geht es in dem Streifen, dessen Plakat* wirklich nach einem genretypischen Horrorstreifen aussieht?
Amerika in der Zukunft hat sich eine brilliante Taktik zur lösung des Kriminalitätsproblemes ausgedacht: Einmal im Jahr findet eine sogenannte "Säuberung" statt (daher der deutschte Untertitel) indem eine Nacht lang, für 12 Stunden, ALLES erlaubt ist: Rache, Diebstahl, Raub, Mord ja sogar Vergewaltigung ist legal. Es gibt keine Strafen und niemand wird es dir nachsehen, wenn du in dieser einen Nacht jemanden umbringst. Selbst die Polizei sowie die Krankenhäuser verweigern den Bürgern wärend der Säuberung ihre Hilfe - jeder ist auf sich allein gestellt.
Warum das alles? Es soll den Menschen die Möglichkeit geben all ihren angestauten Aggressionen einmal im Jahr Platz zu geben - ohne vor den Konsequenzen Angst haben zu müssen. Die Forschungen bestätigen dies: Seitdem die Säuberungen in den USA eingeführt wurden ging die Kriminalitätsrate in der restlichen Zeit des Jahres drastisch zurück.
Die Familie Santin unterstützt die Tradition der Säuberung - zufälligerweise ist der Vater des Hauses Erfinder eines brillianten und totsicheren Schutzsystemes, welches zwar so gut wie unbezahlbar ist, den reichen Bürgern der Stadt aber ein Gefühl von Sicherheit wärend der Säuberung gibt. Dummerweise lässt der Sohn des Hauses am Abend einen schutzsuchenden Mann ins Haus - zudem hat sich auch noch der heimliche Liebhaber der Tochter ins Haus geschlichen - alles Dinge, die diese Nacht ziemlich grundlegend beeinflussen..
Soviel zur Inhaltsangabe. Ja, "The Purge" ist eine Dystopie, wenn auch eine zeitlich sehr begrenzte - wie man sich denken kann berichtet der Film nur von dieser einen Nacht.
Interessanterweise beschränkt er sich dabei wirklich nur auf Familie Santin und nimmt dabei sowohl feinere Stimmungen als auch emotionale Achterbahnfahrten in sein Repertoire mit auf. Infos vom Rest der Welt gibt es auch, diese werden jedoch nur durch Medien angedeutet (Radio, Internet, etc).
Die mörderische Spirale ist durch das Einlassen des Obdachlosen einprogrammiert, genau so wie auch einige Klischees - dennoch ruht sich der Film meiner Meinung nicht auf genretypischen Ideen aus sondern entwickelt eine eigene, sehr dynamische Spannung die auch zum Ende hin sehr überrascht.
Die Charaktere sind dabei vielleicht das größte Übel: Neben der typisch pubertierenden Zoey gibt es den kleinen Strebersohn Charlie und die bonzigen reichen Eltern der beiden. Wobei den Protagonisten zu Gute gehalten werden muss, dass sie alle bis zum Ende des Films eine ziemliche Wandlung durchmachen.
Einziges Manko: Der Film kann sich nicht wirklich entscheiden ob nun Horrorszenario oder Gesellschaftskritik. Schwarzhumorig oder ernstzunehmend. Viel Blut oder viel Tiefgang? Ein bisschen mehr von letzterem (+ weniger Action) hätte ihm sicher nicht geschadet, somit ist er zwar ein guter und empfehlenswerter dystopischer Film mit einer brillianten neuen Idee, der jedoch hie- und da noch etwas ausgebessert werden könnte.
von fünf Messern.
*die amerikanische Version ist irgendwie hübscher.
The Purge - die Säuberung
Produktionsjahr: 2013
Genre: Horror, Sci-Fi, Dystopie, Thriller
Regie: James DeMonaco
Mit: Ethan Hawke, Lena Headey, Max Burkholder
Aus: den USA
Unwichtige Infos: Laufzeit 85 Minuten
Für: Dystopienliebhaber, Sicherheitsphanatiker, Menschen mit Mitleid und Leid, Fans von kleinen grusligen Puppen
Das Leben zwischen dem 20. und dem 60. Lebensjahr wurde ausgelöscht, sodass es nur noch Kinder, Jugendliche und alte Menschen gibt. Außerdem ist die Lebensspanne inzwischen auf bis zu 200 Jahren angehoben worden. Enders, so werden die alten Menschen genannt, regieren die Welt wie Callie sie kennt. Callie selbst ist eine Starterin, eine Jugendliche die mit ihrem jüngeren Bruder Tyler in ärmlichen Verhältnissen auf der Straße lebt. Die Welt der reichen Enders ist mit dem Tod ihrer Eltern für sie in weite Ferne gerückt - da wird Tyler krank und Callie muss zusehen wo sie Geld herbekommt. Ein Unternehmen wie Prime Destinations kommt ihr da gerade recht: Sie muss ihren Körper doch nur für eine kurze Weile an reiche Enders, die einen Trip in ihre Jugend machen wollen, vermieten - schon würde es ihr und ihrem Bruder viel besser gehen. Was nach einem einfachen Job im Dienste der illegalen Body Bank aussieht, entpuppt sich jedoch als gefährlicher als erwartet - als Callie auf einmal mitten in ihrer "Vermietung" aufwacht...
Wie üblich ist die Idee die dem Roman "Starters" zu Grunde liegt genial: Körper zu vermieten, gesellschaftliche Ungleichheit (die reichen Alten bestimmen über die armen Jungen) und Schönheitswahn. Leider hapert es auch in diesem Werk teilweise an der Umsetzung, was ich an folgenden Punkten festmache (wobei nicht alle Punkte negativ zu verstehen sind):
*Fehlende Hintergrundinfos über die Entstehung einer solch ungleichen und ungerechten Gesellschaftsform - immer wider wird ein Sporenkrieg genannt in dem nur die Jüngsten und Ältesten Impfungen bekamen. Das erscheint mir aber im Laufe der Geschichte immer fadenscheiniger und unlogischer. Es kann doch nicht sein, dass wirklich niemand im mittleren Alter sich das Gegenmittel beschaffen konnte?! Auch die Technik mit der die Menschen so alt wurden, wird nicht erläutert. Außerdem ist der erwähnte Sporenkrieg zwar erst vor einem Jahr gewesen die Enders sind aber trotzdem schon bis zu 200 Jahre alt - dies ist einfach so und wird so hingenommen. Für mich ein Fragezeichen mehr.
Weiter störte mich etwas die Tatsache, dass nur wenig auf die emotionalen Folgen des Krieges auf die Enders eingegangen wird - gerade die Alten müssen doch massig "mittelalte" Menschen (Töchter, Söhne) verloren haben? Auch auf den plötzliche Drang so vieler steinalter Menschen SO jung "leben" zu wollen, wird meiner Meinung nach nicht genug eingegangen.
Die fehlende Tiefe der Hintergrundgeschichte, die ja grundlegend für die
Gesellschaftsform in der der Roman spielt, ist lässt leider immer
wieder Fragen aufkommen die nicht beantwortet werden und die mich
persönlich etwas ärgerten. Eine gute Idee will auch gut durchdacht werden. Das ist hier leider nicht der Fall - allerdings könnten einige Fragen natürlich auch im nachfolgenden Band beantwortet werden.
Schön, wenn Madonna sich da so sicher ist.
*Mary SueCharaktere: Ja, leider besitzt dieses Buch sogar mehrere dieser omniösen Alleskönnergestalten. Ihnen voran die Protagonistin Callie, die von ihrem Vater das Präzisionsschießen mit der Pistole üben konnte, also quasi eine perfekte Kriegerin abgibt. Viele Gedanken macht sie sich leider auch nicht - Callie hat einige Eigenschaften aber keine wirklich herausstechende: Kreative Monologe gehören nicht dazu.
Sie sieht gut aus**, ist sportlich und sorgt sich ab- und zu um ihren kleinen Bruder. Leider reichten diese drei Eigenschaften (die so viel Tiefe besitzen wie sie dort geschrieben stehen, also quasi gar keine) nicht aus um wirklich mit ihr mitfühlen zu können.
Wieso ist sie nun eine Mary Sue? Weil ihr einfach irgendwie alles gelingt! Nicht, dass ihr nie etwas schiefgehen würde. Doch wenn, hatte ich immer das Gefühl, dass die Autorin ihr im Nachhinein nur eine Brücke zur nächsten Storyline bauen wollte um sie besser dastehen zu lassen.
Beispiel: Callie findet sich im Leben einer Fremden wieder - und kennt dementsprechend auch keinen der Freunde ihrer Vermieterin. Trotzdem schafft sie es im Roman ständig jemanden dort und hier zu kennen, der ihr bei der Lösung ihres aktuellen Problemes hilft. Mal ist es eine hippe Freundin, mal ein Techniker. Trotz fehlender ausgeschriebender Gespräche (ja, man könnte meinen die Autorin blendet jedes Mal wenn ein Gespräch ausführlich und interessant werden könnte, ab!) hat sie gegen Ende jede Menge Menschen auf die sie sich verlassen kann - irgendwie konnte ich das so gar nicht nachvollziehen.
Auch wirkt Callie für ihr Alter und für das, was sie bisher erlebt hat (Verlust ihrer Eltern und das Leben auf der Straße) sehr reif. Gerade in der zweiten Hälfte des Buches war ich immer wieder erstaunt wie selten sie zögerte oder über die Konsequenzen ihrer Handlungen nachdachte. Das ist gerade bei einem so ernsten Thema (Menschenhandel, gesellschaftlich & moralische Fragen) verschenktes Potenzial und ließ ihren Charakter nur noch oberflächlicher wirken.
Die anderen Personen des Buches besitzen so gut wie gar keinen Charakter und werden nur oberflächlich mit Eigenschaften besehen. Ich hatte das Gefühl, dass das beschreibende Wesen von Atmosphäre und Wirkung auf die Charaktere der Autorin etwas abkommt - wirkliche Nähe zwischen Callie und den diversen Personen verspürte ich nie.
*Die Sprache des Buches ist schnörkellos und einfach. Das bringt die Dinge auf den Punkt. An einigen Stellen vielen mir mehrere Wörter bzw Umschreibungen, die direkt aus dem Englischen übernommen anstatt übersetzt wurden, auf.
*Die Geschichte von Startes selbst ist gut durchdacht (lässt man mal die fehlenden Hintergrundinfors über die Welt an sich weg) und überrascht mit einem Storytwist am Ende. Leider wirkt die zweite Hälfte des Buches hie- und da immer wieder etwas konstruiert, da ständig etwas passiert. Alltagsgeschehen und Ruhe findet man als Leser nur selten.
** Aussehen: Ein Stilmittel von Lissa Price. Nirgendwo im Roman findet sich eine Beschreibung von Callies Aussehen. Dies soll wahrscheinlich das Identifikationspotenzial mit der Protagonistin verstärken.
Fazit: Spannende Dystopie mit guter Idee die durch ihre schwache Umsetzung (Charaktere, Hintergrundinformationen, Sprache) ausgebremst wird.
Die Welt ist digital. Wer etwas anderes behauptet, ist entweder bekloppt oder hat einen verdammt schlechten Internetanschluss,
meint Madleine - bis sie sich im Internet verliebt. Real sieht der
Kerl, der sich Justin nennt, dann doch viel überzeugender aus, als sie
sich vorgestellt hatte. Und Schwupps, sitzt sie auch
schon wieder inmitten von Problemen. Denn ihr Vater, der Gründer der
Digital School, findet es nicht lustig, dass seine Tochter mit dem
quasi-Anführer der DS-Gegenbewegung rumhängt.
Eine originelle
Idee, eine kitschige Romanze und eine starke Heldin - viele gängige
Mittel von denen die Dystopienlandschaft momentan fast überschwemmt. Und
dennoch schaffte es "Die Rebellion der Maddie Freeman" mich vom ersten
Satz an ans Buch zu fesseln.
Maddie ist eine sympathische, wenn auch
etwas wankelmütige Protagonistin die leider etwas Zeit braucht, um zu
überzeugen. Justin dagegen (ganz im Twilight-Stil, bitte verflucht mich
dafür jetzt nicht) überzeugte fast sofort. Die Beschreibung seines
Charakters & seines Aussehens war so auf den Punkt gebracht, dass
die Autorin genügend Platz für eigenen Spielraum bot, und dennoch nicht
zu wenig offen ließ.
Doch hier komme ich zum ersten Kritikpunkt: Der Schreibstil des Buches war sehr einfach aber passend - hätte aber durchaus noch ausführlicher sein können.
Denn leider fehlte mir auch in dieser Zukunftsvision die, so genial sie in ihren
Ansätzen auch sein mag, im Laufe des Buches doch hinter der Romanze
liegen blieb: zu schwammig, zu konturlos und undetailliert wurde mir
die Welt beschrieben. Dadurch geht dem Buch leider eine Menge
Authentizität verloren, die dem Gesamtwerk wirklich mehr Tiefe hätte
verleihen können. Dies ist dann auch mein größtes Problem mit "Die
Rebellion der Maddie Freeman" - eine so realistische Idee (deren
Grundgedanken teilweise sehr unserer heutigen Gesellschaft
wiederspiegelt) hätte wirklich mehr ausgebaut werden können. Leider
verläuft die Geschichte sehr nach dem typischen Klischee: Maddie baut
Ärger, gewaltigen Ärger und verrennt sich total in ihren Gefühlen zu
Justin. Das ist verschenktes Potenzial und somit sehr schade.
Auch
die immer wieder kritisierten und auftauchenden Logikfehler (so sind
z.B. persönliche Treffen unter Menschen verpönt - wieso spielt Maddie
dann Fußball? Und wie könnte sonst die Kanalisation funktionieren?
Irgendwer MUSS doch arbeiten, damit alles funktioniert. Auch
Internetleitungen legen sich nicht von selbst.) störten den Lesefluss
etwas.
Weiterhin eine Tatsache, die ich so bisher selten erlebt
hatte, und fast etwas übertrieben wurde: Maddie trat neben ihrem Schwarm
Justin fast schon in den Hintergrund der Geschichte - Justin hier,
Justin da, teilweise fragte ich mich fast schon, wieso die Geschichte
nicht "Die Rebellion des Justins C." hieß.
Die Geschichte selbst ist
in sich abgeschlossen. Dennoch gibt es eine Fortsetzung, die ich dank
Dramatik und Spannung (an denen es dem Buch wirklich nicht fehlt) wohl
auch lesen werde.
Eine empfehlenswerte Dystopie mit sehr gutem
Ansatz, der in sich aber leider hinter der Geschichte zurückbleibt und
absolut nicht genug ausgeschöpft wird.
Band 2: Maddie Freeman ist zu ihrem Bruder nach L.A. gezogen und verlebt vergnügliche Tage mit Discobesuchen und ihre besten Freundin deren Namen ich leider inzwischen wieder vergessen habe. Doch plötzlich ist Schluss mit der Heiterkeit,
da Maddie es nicht lassen kann eine der bekanntesten Virtual Reality
Discos zu hacken - und sie wandert direkt in die Arme einer
Jugendstrafanstalt, eines sogenannten Umerziehungscamps. Dort merkt die
junge Rebellin dann schnell, dass es gar nicht so einfach ist sich deren
Methoden der Gehirnwäsche zu entziehen..
Der zweite Teil der Maddie-Trilogie liest
sich genauso angenehm und flüssig wie sein Vorgänger - dennoch würde
ich es nicht empfehlen, dass Buch anzufangen ohne den ersten Teil
gelesen zu haben, da der Leser kaum über die Welt und ihre
Beschaffenheit aufgeklärt, sondern mehr oder weniger gleich ins
Geschehen geworfen wird. Die komplett digitalisierte und verkabelte Welt
von Madleine wird wiederaufgegriffen und fast noch lebhafter als im
ersten Teil (man bekommt mehrere Beispielhomepages und Dating-Sites
beschrieben) dargestellt, was sich wirklich gut lesen lässt und Spaß
bereitet. Auch bekommt der Leser in diesem Band mehr
Hintergrundinformationen über Maddies Freund, Justin, zu lesen - wobei
wir direkt am ersten Kritikpunkt wären:
Die Charaktere. Sie
bleiben blass. Ich kann nicht genau sagen, wieso ich es irgendwie nicht
schaffte, neben Justin und Maddie mit den Protagonisten (Molly, Scott,
Gabe und wie sie alle heißen) warm zu werden, aber irgendwie sind sie
doch alle eine graue Masse - Maddies beste Freundin zum Beispiel ist
urplötzlich ihre BBF, ihre Fußballfreundin aus dem ersten Band wird
nicht mal mehr erwähnt. Überhaupt - der Umgang zwischen den Charakteren
ist mir teilweise etwas zu bilderbuchhaft brav (oder eben auch nicht
brav) und manche Charaktereigenschaften (wie z.B. Justins Umgang mit
seiner Vergangenheit) wirken sehr gezwungen dramatisch. In diesem Sinne
wirken auch die vielen tiefsinnigen Gespräche, die Maddie mit Justin
führt, ziemlich unecht. Anstatt lebhafte Gespräche mit denen man
mitleben und fiebern kann, zu schaffen, verliert sich die Autorin in
überflüssigen moralischen Fragen die immer und immer wieder aufgebrüht
werden um die Wandlung Maddies Charakter von einer unsicheren Teenagerin
in eine echte Rebellin darzustellen. Meh.
Auch fehlt dem zweiten Band, ganz wie dem ersten, letztenendes die vollkommende Authentizität einer Zukunftsvision von 2060 - vielmehr hatte ich das Gefühl einer überdramatisierten Version von 2019 beizuwohnen.
Das zeigt sich zum einen in der sehr auf Probleme von Maddie fixierten
Handlung: Die Welt wird einfach nie komplett und detailliert
dargestellt, ihr fehlt die Tiefgründigkeit und ich habe nie das Gefühl
gehabt einen kompletten Blick auf das Bild zu bekommen, sondern stehts
nur einen kleinen Ausschnitt zu sehen zu kriegen.
Die Story selbst
zieht sich leider auch etwas hin - zwar wird versucht Maddies
Veränderungen darzustellen, dank leicht oberflächlicher Darstellungen
schafft die Autorin das jedoch nicht ganz.
Letztendlich besitzt
der zweite Teil der Trilogie immer noch den selben guten Grundgedanken
über die virtuelle Welt und deren Folgen auf die 'Echte', macht Lust auf
den dritten Teil, kann aber dank fehlender Charaktertiefe nicht ganz
überzeugen.
Beide Bände bekommen von mir
von FÜNF Fernsehern.
Titel: Die Rebellion der Maddie Freeman (Band 1) &
Die Erde ist tot, denken die Leute unter der Kuppel, und leben ihr Leben
in einer zweigespaltenen Klassengesellschaft. Die Organisation
BREATHE ermöglichte dies nach dem sogenannten "Switch": Das Leben
außerhalb der Glaskuppel erstarb und so gaben sie den
Menschen innerhalb der gläsernen Einzäunung das, was sie brauchten: Sauerstoff.
Wer kein Geld dafür hatte, wurde Bürger zweiter Klasse, ein "Second" und
lebt in den Suburbs der Stadt.
So kommt es, dass der "Premium"
Quinn mit seiner Freundin Bea, die allerdings ein "Second" ist, einen
Ausflug außerhalb der Kuppel machen möchte - und dabei zufällig auf
Alina trifft, auch eine "Second", die sich allerdings den RATTEN, einer
gefährlichen Rebellenorganisation, angeschlossen hat.
Die
Geschichte der drei Protagonisten, von denen jeder aus seiner Sicht
erzählt und abwechselnd zu Wort kommt, nimmt sich Zeit erzählt zu
werden. Die Persönlichkeiten der Drei sind ziemlich unterschiedlich, was
sich im Verlauf der Geschichte jedoch etwas ändert und auch begründet
wird. Ich konnte mit allen Dreien sympathisieren und hatte keine
Schwierigkeiten mich in einen von ihnen hineinzuversetzen. Die anderen
Charaktere der Welt von "Breathe" dagegen sind nur halbherzig dargestellt - ihre Entscheidungen
oder emotionalen Ausbrüche sind nie ganz nachzuvollziehen und meiner
Meinung nach besitzen sie einfach nicht genügend charakterliche Tiefe
oder Detailreichtum, um wirklich facettenreich und ECHT wirken zu
können.
Leider nimmt der Roman seinen Helden am Ende etwas, was
so schnell nicht wieder wettgemacht werden kann: Die Entwicklungsfreiheit. Im letzten
Abschnitt des Buches (es dürfte ungefähr ab Seite 370 sein) wirkt die
Handlung wirklich sehr gerafft. Ohne zu spoilern kann ich verraten, dass die
Geschehnisse sich überhäufen und Quinn, Alina und Bea zu einer
Entscheidung gedrängt werden, die große Auswirkungen auf die restliche
Bände haben wird - die Ausarbeitung dieser Entscheidung jedoch wird
komplett übersprungen. Stattdessen wird dem Leser in relativ kurzen
Kapiteln die Ausführung der Entscheidung (das Laufen von einem Ort zum
anderen sowie ein Anriss von Gesprächen und Diskussionen) und in noch
kürzerer Abhandlung die Entscheidung selbst (wobei jeder Charakter
natürlich seine eigene Perspektive hat, was widerum interessant ist)
dargestellt - dann ist das Buch vorbei.
Ich persönlich fand die Raffung
zum Ende hin sehr schade, fast schon enttäuschend, da es mir so viel
schwerer viel mich in die Persönlichkeiten hineinzuversetzen und mit
ihnen mitzufühlen. Teilweise wirkte die Darstellung der Geschehnisse
nicht wirklich durchdacht und irgendwie undifferenziert dargestellt,
Hintergrundinformationen über historische Geschehnisse fehlen oder
werden einfach ausgelassen. Auch die anderen Charaktere werden zum Ende
hin unwichtiger und sind meistens lediglich Randerscheinungen. Wenn sie
wieder auftauchen, dann ist das meistens so plötzlich der Fall, dass man
sich erst in Erinnerung rufen muss, dass da ja noch jemand war.
Ein
interessantes Buch mit ungewöhnlicher Idee und sympathischer Umsetzung,
welches leider am Ende zu gerafft und auf eine Dramtisierung der
Geschichte (und einen Cliffhänger, natürlich) hinausläuft. Dennoch eine
Leseempfehlung, da zum Nachdenken anregend und vielversprechend.
von FÜNF Kreiseln.
Titel: Breathe - Gefangen unter Glas (Band 1)
Autor: Sarah Crossan
Verlag: dtv Verlag
Seiten: 432
Erscheinungsdatum: 1. März 2013
ISBN: 978-3423760690
Autorin aus: Irland- England - Amerika
Breathe - Gefangen unter Glas ist im dtv Verlag erschienen, bestellen kann man es hier.
Der zweite Teil der Trilogie des verrückten Mondes -
diesmal geht es nicht um Miranda, die auf ihrem Fleckchen Erde ums
Überleben kämpft, sondern um den Streber Alex. Dieser lebt mit seiner
Familie in New York, das ziemlich stark von den Katastrophen
betroffen ist. "NY ist eine Stadt der Armen geworden", so Alex. "Wer es
sich leisten kann, ist bereits von hier weg" Leider hat er seine beiden
jüngeren Schwestern am Hals: Briana und Julie, die beide genauso sehr
wie er hoffen, endlich mal wieder etwas von ihren Eltern zu hören..
Das
Leben der drei Geschwister könnte unterschiedlicher (zu dem von
Miranda) kaum sein: Streit liegt fast immer in der Luft und die
Nahrungsmittel sind ständig knapp: Sie sind sehr abhängig von der
wöchentlichen Nahrungsvergabe der Stadt. Dazu wird die Luft ständig
schlechter und kälter, die Leichen in den Straßen fauliger und das
Überleben schwieriger. Einzige Hoffnung in ihrem Alltag ist das tägliche
zur Schule gehen, denn die drei sind sich in einem doch sicher: In
ihrem Glauben zu Gott.
Im Gegensatz zum ersten Teil ist der
zweite Teil um Alex in der dritten Person geschrieben und man befindet
sich fast ohne Umschweife mitten im Geschehen. Leider hatte ich
ziemliche Probleme damit mit dem Protagonisten dieser Geschichte zu
sympathisieren: Seine Familie kommt aus Puerto Rico und ist stark
gläubig. Das alleine wäre ja interessant genug, doch leider kommandiert
er seine Geschwister fast nur herum, denkt gar nicht daran selbst einmal
den Haushalt zu schmeißen und lästert ständig über seine jüngste
Schwester Julie - schnell wird er meiner Meinung nach zu einer echten
Nervensäge.
Das Buch verliert damit jedoch keineswegs an
Authenzität - denn was Alex alles tut, um seinen Schwestern zu helfen,
macht sein Verhalten (fast) wett - auch wenn ich nicht all seine
Gedankengänge und Handlungen gut heiße. Die Situation in New York bringt
ihn und seine Familie an die äußersten Grenzen und ist äußerst
realistisch, dramatisch und alltagsorientiert geschildert.
Furchterregender
als ein Horrorfilm und dramatischer als ein Schneesturm - "Die
Verlorenen von New York" steht seinem Vorgänger kaum nach, auch wenn der
Protagonist Alex in mir sehr ambivalente Gefühle auslöst. Eine
Empfehlung nichtsdestotrotz.
von FÜNF Monden.
Nichts ist, wie es einmal war. So in etwa beginnt Miranda nach einem Monat des Schweigens wieder ihr Tagebuch - wir sind wieder mitten im Alltagstrott
ihrer Familie. Und doch ändert sich die Situation rasch - ihr
verlorengeglaubter Vater taucht mit seiner neuen Frau (+ Baby) auf, und
bringt zudem noch eine handvoll neuer Gesichter mit.
Gerade dank
seiner düsteren Atmosphäre und Hoffnungslosigkeit die dennoch gerade die
zwischenmenschlichen Seiten des Überlebens schildert, ist die "Die
Welt, wie wir sie kannten" Trilogie eine der überzeugensten, die ich
kenne. Und auch hierbei bleibt Susan Beth Pfeffer bei ihren Leistungen:
Zwar spürt man als Leser deutlich, dass Miranda ihren hoffnungsfrohen
Witz längst gegen leicht schwarzen Sarkasmus ausgetauscht hat, aber wer
könnte es ihr in einer Welt ohne Sonne verübeln? Ihre Emotionalen
Abgründe und Höhen sind dank Tagebuchform wieder gut nachvollziehbar und
ich befand mich gedanklich stehts hinter- und bei ihr. Auch die
Eintönigkeit, mit der sie sich fast schon abgefunden hat, trägt sehr zur
Stimmung mit bei.
Besonders auffallend sind die stehts nüchternden
und keinesfalls beschönigenden Darstellungen Mirandas - gerade diese
Schnörkellösigkeit macht den Reiz des Romans aus.
Die Charaktere
in diesem Band überzeugen und spiegeln makellos wieder, in welchem
Zwispalt sie sich alle befinden: Einerseits versuchend ihre letzte Würde
zu behalten und die Harmonie der Familie aufrecht zu erhalten,
andererseits ständig am Rande ihrer Leistungsfähigkeit. Das die meisten
von ihnen Teenager sind, denen ihre Jugend genommen wurde, macht die
Tatsache ihres Überlebens nur noch ironischer.
Einziger
Kritikpunkt des Abschlussbandes der Reihe ist für mich die Beziehung
zwischen Miranda und Alex, die mir zu schnell und zu impulsiv geht.
Vielleicht ist es aber auch diese Intensivität, die als Gegenpol zum
sonstigen Leben stehen soll und ohne die sie nicht überleben könnten.
Zudem
finde ich Alex Anstrengungen seine Schwester Julia derart beschützen zu
wollen (und die Art und Weise, in der er es begründet) künstlich und
nicht nachvollziehbar. Auch derartige Dialoge können nicht ganz
überzeugen.
Dennoch ist "Das Leben, das uns bleibt" ein würdiger
und guter Abschluss einer sehr gelungenen Reihe. Eine Hommage ans Leben
mit all seinen Achterbahnfahrten und Stromausfällen.
von FÜNF Monden.
Titel: Die Verlorenen von New York &
Das Leben, das uns bleibt (Band 1 und 2)
Autor: Susan Beth Pfeffer
Verlag: Carlsen
Seiten: 272 und 350
Erscheinungsdatum: August 2012
ISBN: 9783551582195
und 9783551582751
Aus: Amerika
Die Verlorenen von New York & Das Leben, das uns bleibt sind im Carlsen Verlag erschienen.
Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei.
Samantha Kingston ist ziemlich perfekt, und denkt das auch von sich. Die Fakten sprechen für sie: Ihr Freund ist der Schwarm aller Schwärme, sie besitzt die beste Clique die man
nur haben kann und eine ziemlich verlässlichen Familie die ihr den ihr zustehenden Freiraum gibt - ja, sie hat
wohl alles, wovon all die anderen Looser an ihrer mittelmäßigen Schule
nur träumen können. Und doch stirbt sie. Einen ziemlich unspektakulären
und dummen Tod auch noch dazu. Pech gehabt? Nicht ganz: Seltsamerweise wacht sie
nach ihrem Unfall wieder auf. Und wieder. Und immer wieder. Was ganz
nach Murmeltierromantik aussieht, ist vielleicht mehr, als Samantha
zuerst vermutet. Nach und nach fängt sie an die Perspektive zu wechseln
und kommt zu einer Einsicht in ihrem Leben, die vorher vielleicht nie so
stattgefunden hätte...
"Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben
an dir vorbei, sagen sie" ist kein sehr spektakulär dramatisches Buch.
Nein, vielmehr wiederholt es oft Geschehnisse und kaut gewisse Dinge
immer und immer wider durch. Nichts für Menschen, die sich nicht in
Samantha und ihre Freunde hineinversetzen können - doch da punktet das
Buch auf großartige Weise: Lindsey und Co sind zuerst einmal ziemlich
oberflächlich und es gab viele Stellen an denen ich mich wirklich
beherrschen musste, nicht die Augen zu verdrehen. Wie schrecklich
amerikanisch unsubtil die doch alle sind!
Doch nach den ersten paar
"Tagen" ändert sich auch meine Perspektive: Ich kann verstehen, wieso
Samantha mit ihnen befreundet ist, wieso sie das Leben liebt wie es ist und war, und ich sehe, dass einige von ihnen
vielleicht nicht die perfekten Freunde für mich, aber doch zumindestens
für einander sind.
Die Charaktere dieses Buches sind vielschichtig
und werden unerwartet genau reflektiert, die Protagonistin wird von
Stunde zu Stunde sympathischer.
Es ist schwer dieses Buch in ein
Genre einzuordnen, dazu ist es zusehr weder Fisch noch Vogel. Irgendwie
weder Thriller noch Dystopie. Auch nicht wirklich Fantasy oder Drama. Es
gibt viele Möglichkeiten "Wenn du stirbst.." zu interpretieren und
gerade das macht das Buch so einzigartig. Hinzu kommen viele Stellen, an
denen der Leser wunderbar miträtseln und nachdenken kann, irgendwie
nachvollziehbare und emotional sehr interessant dargestellte aber keine
"gewöhnlichen" Charaktere - ein Buch, das mitnimmt und dennoch nichts
erklärt.
Mit einem Zitat von Lauren Oliver beende ich meinen Text: "Den Rest müsst ihr selbst herausfinden."
FÜNF von fünf Erdbeersternen.
Titel: Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie
Autoren: Lauren Oliver
Verlag: Carlsen Verlag
Seiten: 448
Erscheinungsdatum: 1. 09. 2010 (1. Auflage)
ISBN:
978-3-551-31200-6
Autorin aus: den USA
Wenn du stirbst... ist im Carlsen Verlag erschienen, bestellen kann man es hier.
Rose gähnt, und wacht auf. (Ja, in vielen Dystopien scheinen Leute zu
erwachen - ein allseits beliebtes Setting.) Dann stellt sie fest, dass
sie viele Jahrzehnte zu viel geschlafen hat. Und, man mag es vermuten,
viel verpasst. Nicht nur sind ihre Eltern tot, auch ist Rose auf
einmal Alleinerbin einer riesigen
Organisation.
Die Autorin zögert nicht lange und lässt die
Handlung sofort beginnen, was sehr erfreulich ist. Zwar ist dies Anfangs etwas
verwirrend, alle Fäden lösen sich jedoch mit dem Fortlaufen der
Geschichte allmählich auf. Rose, die starke Probleme hat sich durch den langen
künstlichen Schlaf in ihrer neuen Welt zurechtzufinden und dies auch
authentisch verkörpert, hat eigentlich in ihrer jetzigen Umgebung nur
einen richtigen (gleichaltigen) Bekannten: Bren. Sohn eines Mitarbeites
ihrer Firma. Rose mag ihn, merkt jedoch, dass Bren mit ihrer
Altertümlichkeit und ihrem Benehmen leichte Probleme hat. Langsam realisiert
Rose, dass die Welt, in der sie aufgewachsen ist, gar nicht so rosig
(achtung Wortspiel!) gewesen war. Und vor allen Dingen nicht die Welt,
die da in der Zeit ihres Schlafs kam! Ohne etwas weiter zu verraten, hat
mich "Während ich schlief" sehr überrascht. Kein Puzzelteilchen blieb
vergessen und die Lektüre entpuppte sich als sehr gut durchdachte und
ziemlich clevere Geschichte. Ja, man könnte schon fast sagen, ein
Thriller.
Die Handlung ist nicht durchwegs spannend aber wie
schon erwähnt, durchwegs logisch und überraschend. Die Charaktere sind
originell und sehr sympathisch - besonders reizend fand ich hierbei die
Liebesbeziehung zwischen Rose und Xavier, die wirklich liebevoll und
einfühlsam erzählt wird. Nach und nach werden sowohl Rose als auch dem
Leser die Ausmaße der Erzählung klar - und das ist das, was sie so
einmalig macht. Fast so, als würde man zu Anfand nur einen kleinen Teil
des Bildes sehen, und erst am Ende die Größe und die Darstellung auf der
Leinwand begreifen. "Während ich schlief" ist ein Buch, das wirklich
viele Emotionen wecken kann. Trauer, Angst, Mitgefühl, Abscheu,
Fassungslosigkeit. Das schaffen wirklich nur die wenigsten Bücher. Eine
absolute Empfehlung an alle Dystopienliebhaber.
FÜNF von fünf Erdbeerpunkten.
Titel: Während ich schlief
Autorin: Anna Sheehan
Verlag: Goldmann Verlag
Seiten: 351
Erscheinungsdatum: 14. 10. 2011
ISBN: 9783442475650
Autorin aus: den USA
Während ich schlief ist im Goldmann Verlag erschienen, bestellen kann man es hier.
Im Jahr 2015 wird in Großbritannien wird ein neues Umweltgesetz
eingeführt: Um den Co2 Ausstoß zu verringern bekommt jeder Bürger des
Landes eine sogenannte Energiekarte - auf dem sein genauer Verbrauch an
Energie aufgeführt werden. Je nach sozialer Situation bekommt man eine
bestimmte Anzahl an Punkten für das Jahr zugeteilt.
Für Laura ein
ziemlicher Schlag in den Bauch: Nicht nur, dass ihre Familie fast
überall in der Wohnung laufen lässt, was laufen gelassen werden kann,
nein, ihr ganzes alltägliches Leben geht damit den Bach hinunter! 1
Stunde Fernsehen pro Tag und 5 Minuten duschen maximal? Wo soll das den
hinführen? Die Bandprobe mit ihren Freunden den "Dirty Angels" wird
damit auch komplizierter und als wäre das nicht genug, fängt die Umwelt
wieder an rumzuspinnen. Hitzewellen, Stürme... einfach alles.
Das
schöne an "Euer schönes Leben kotzt mich an": Ich erwischte mich
immer wieder wie ich im echten Leben über die Folgen des Klimawandelns
nachdachte und mir wirklich Gedanken machte, was ich wie wo an meinen
Gewohnheiten ändern könnte.. Das Buch berühte mich wirklich, gerade weil
es einen herrlich chaotischen britischen Alltag beschreibt wie er
ähnlicher dem Londoner Großstadtleben kaum sein könnte - Laura ist
sympathisch, die Handlung des Buches spannend, aber dennoch sehr
realitätsnah. Liebesbeziehungen sind nicht romantisiert, sondern leide
herbe wie das echte Leben. Vorbei mit muskulösen Männerarmen die nach
Aftershave riechen - die sind nämlich im Zuge der Rationalisierung
ausverkauft worden.
Das Buch ist gleichermaßen nicht dazu da, um zu
moralisieren - ob die Regierung nun wirklich so verrückt ist oder nicht,
wird nicht konkret beantwortet. Allerdings wird mit
Energieverschwendern sehr streng umgegangen und Lauras Schwester Kim hat
einiges zu befürchten. Im Grunde genommen wimmelt es in dem Werk von
Saci Lloyd nur so an Problemen: Und gerade das machte es mir so
sympathisch! Nichts ist einfach! Alles ist scheiße! (Und doch irgendwie
wieder gut. Manchmal.)
Ein lebensnaher Umweltroman der besonderen
Art welcher zugleich eine sehr zeitnahe Dystopie ist - hoffen wir nur,
dass er etwas bewirkt, und die Zukunft, die uns im Roman prophezeit
wird, noch lange ausbleibt.
FÜNF von fünf Erdbeerpunkten.
Titel: Euer schönes Leben kotzt mich an!
Autorin: Saci Lloyd
Verlag: Arena Taschenbuch Verlag
Seiten: 344
Erscheinungsdatum: Januar 2013
ISBN: 9783401027685
Autorin aus: Großbritannien
Euer schönes Leben kotzt mich an! ist im Arena Verlag erschienen, bestellen kann man es hier.
Soni lebt in der Play-Zone, und ist eine sehr erfolgreiche (wenn nicht
sogar die beste) Zockerin. Ihren Lebensunterhalt verdient sie indem sie
gewinnt - tausende von Gints, Soni haut jeden weg. Spielen ist das neue
Arbeiten von früher (auch wenn daran keiner so genau denken möchte).
Soni
selbst hat dabei nur ein Ziel vor Augen. Der neue MEISTER,
ungeschlagenes Zockerwunder, zu werden. Dahin ist sie auch auf dem
besten Weg, als sie auf einmal vom Staatschef der P-Zone einen riskanten
Auftrag erhält.. Doch Soni wäre nicht Soni, wenn sie nicht zum Zocken
bereit wäre.
I bet you'll die besitzt eine interessante Theorie:
Die Welt (oder zumindestens Teile davon) ist zu einer Spielscheibe
geworden,"normales" Arbeiten gehen ist für Außenständige, oder ziemlich uninteressante und langweilige Menschen. Wie zum Beispiel in der M-Zone, auch besser bekannt als Mother Zone. Dort haben sich nämlich alle Frauen versammelt, die es nicht aushielten, ihren Männern beim Verwarlosen und Gammeln zuzusehen.
Nein, ich mache keine Scherze - das Buch, sei dessen lapidare Handlung erst mal außen vor gelassen, spielt wirklich mit schwarz-weißen Genderklischees: Frauen zocken nicht (außer Soni, die sich schon mit 6 Jahren entschieden hat in der Play Zone zu bleiben anstatt bei ihrer Mutter in der M-Zone zu leben. Ja, Kleinkinder haben erstaunliche Entscheidungsfreiheiten.) und sind für Heim, Haushalt, Arbeit und alles "anständige" zuständig, Männer zocken gerne und können dabei ihre Grenzen kaum kontrollieren. Die beiden Zonen sind natürlich miteinander verfeindet und können sich auf den Tod nicht ausstehen.
Neben Genderproblemen behandelt das Buch auch (wie sollte es anders sein) Videospiele. Allerdings scheint der Autor* sich nicht wirklich mit aktuellen Videospielen beschäftigt zu haben, denn seine in der P-Zone vorhandenen Spiele ähneln kein bisschen den momentan modernen und teilweise sehr tiefgreifenden Rollen- und Storybasierten Games. In seiner Darstellung von Videospielen geht es nur um gewinnen oder verlieren: Andere Arten werden nicht thematisiert und sind folglich (in der P-Zone) nichtexistent.
Ein viel größeres Problem als diese oben angeführten haarsträubenden Darstellungen sind jedoch die Charaktere, die auch die letzte Hoffnung auf ein spannendes Buch zunichte machen: Soni ist ein unsympathisches Miststück die alles, aber auch alles kann (außer nett sein und Gefühle zeigen. Die Menschen in der Play Zone drücken sich nicht aus in dem sie Emotionen zeigen, sondern sie vor ihre Sätze stellen. Aggression. Wie kann so etwas sein!). Ihr bester Freund Kenjo ist eigentlich mehr Nervensäge als alles andere: Im Gegensatz zu Soni interessiert ihn das Zocken nicht so sehr, er interessiert sich viel mehr für das programmieren von Computerspielen (was auch nicht weiter thematisiert wird, was vielleicht mit der Simplizität der Spiele in der P-Zone zusammenhängt. Vielleicht WOLLEN die Chefs der P-Zone nicht, dass ihre Spiele komplexer werden, und vergleichen deshalb jedes Spiel mit altbackenen Spieleschlagwörtern wie Mario Cart, Pokemon u.Ä.? Wobei widerum auffällt, dass es kaum neumodische Spielebegriffe gibt. Ein Teufelskreis).
Die Handlung ist dabei unglaublich gerafft: Unendlich viele Zeitsprünge reihen sich an hastig dargestellten Momenten. Das Buch nimmt sich zuviel vor und vergisst dabei total die Hintergründe der P- oder M-Zone darzustellen, genaue Details werden nicht verraten und politische dreidimensionale Dimensionen vermisst man umsonst.
Das Ende des Buches deutes vieles an, ohne genaues zu sagen: Wofür sich Soni nun entschieden hat oder was ihre Ziele sind bleiben unklar, was nicht überrascht: In ihre Gedankenwelt konnte man sich sowieso nicht hineinversetzen. Fast hatte ich das Gefühl, dass der Autor selbst Soni nicht so recht leiden mochte (weshalb meiner Meinung nach auch ihr bester Freund mehr Screentime bekam und natürlich die Heldenrolle zugewiesen).
Finger weg! Ich habe selten einen derartig unsensiblen, großspurigen, schwarz-weißen und klischeehaften Roman gelesen.
KEINE
von fünf Erdeerdigits.
*der maßgeblich in der Medienbranche mit Kindern tätig ist und sich viel mit dem Thema Videospiele außeinandersetzt. Kann ja sein, merkt man leider nicht!
(Ich kann Euch beruhigen, dieser Text ist absolut spoilerfrei! (; )
Wie kann ich ein Review über ein Spiel schreiben, dass mir derartig gut gefällt, dass ich absolut nichts - nichts auszusetzen habe? So etwas geht kaum. Also, zum einen, dass ich nichts auszusetzen habe (sieht man mal von ein bis zwei kleinen Bugs ab) als auch das Schreiben. Klar, die Idee, in The Last of Us moralische Entscheidungen einzubauen, klingt gut - aber hätte das nicht die ergreifende Geschichte die uns hier in fast gänzlicher Vollkommenheit erzählt wird, kaputt gemacht? Oder zumindestens verfälscht? Denn dies ist genau das Stichwort, was ich brauche, um The Last of Us zu beschreiben: Unverfälscht, ehrlich.
The Last of Us hat im Grunde genommen eine simple Idee wie sie viele Apokalypsenwerke schon zuvor gehabt haben. Sogenannte Runner, Untote, von einer bösartigen Sorte Pilz befallenen Menschen, rotteten fast die gesamte Menscheit aus. Fast die gesamte? Nein, denn ein kleiner Teil Verbliebener kämpft auch Jahrzehnte danach noch gegen den inzwischen grausam und überlebensnötigen Alltag an. Die Menschen leben nun in kleinen Siedlungen oder Baracken, manche ziehen auch lieber mit Gangs umher und machen krumme Dinger, auf jedenfalls scheint es fast als hätte die Natur einen großen Teil der Erde zurückerobert.
In dem Spiel spielt man selbst den etwas in die Jahre gekommenen Joel, der sich nach fast 20 Jahren mehr oder weniger an das tagtägliche Überleben gewöhnt hat. Zusammen mit seiner Kollegin Tess macht er sich eines Tages auf, einen Deal mit einem Bekannten abzuschließen, der scheinbar die Lieferung der eingeplanten Waffen verzögert - aus welchem Grunde auch immer. Doch natürlich kommt es nicht ganz, wie geplant, und der Coup läuft schief: Stattdessen befindet er sich keine paar Stunden später im Besitz eines anderen Auftrages: Auf einmal soll er die 14 jährige Ellie quer durch die verseuchte Stadt Boston bringen, um an seine Waffen zu kommen.
Langer Trailer.
Kurzer Trailer.
The Last of Us ist ein Spiel, das durchwegs überraschen kann. Diese können zum einen storytechnisch, als auch moralisch bedingt sein. Als ich das Spiel startete hatte ich zwar schon hohe Erwartungen (der Hype hat seinen Beitrag geleistet) hätte aber bei weitem nicht gedacht ein derartig feinfühliges und sensibles Spiel spielen zu können, in dem nicht nur die Handlungen und Gefühle der Menschen nachzuvollziehen, als auch zu erkennen und wahrzunehmen sind."Ganz große klasse" klingt jetzt so platt und pauschal dahergesagt, trifft es aber dennoch im Kern, gerade weil das Spiel schon ab den ersten 5 Spielminuten mich an die Hauptfiguren bindet, wie kaum ein anderes. Doch auch im Laufe der Zeit weiß es zu begeistern: Kampfeinlagen wechseln sich mit gut dargestellt und reflektierende Videosequenzen ab, die sowohl tiefgründig sind als auch zum Nachdenken anregen.
Doch kommen wir zu den langweiligen Fakten:
Gameplay. Fair - und realistisch. Waffen sind nicht immer schnell zu handhaben oder zu wechseln, scheinen (soweit ich das beurteilen kann, ohne jemals eine Schusswaffe in der Hand gehabt zu haben :'D) aber realistisch getroffen zu sein. Gegner sind intelligent aber nicht unbedingt immer unberechenbar. Geräusche sind wichtig, Schleichen ein unabdinglichen Mittel um auch mal ohne Kämpfe aus Situationen hinauszukommen (was durchaus möglich ist - im Gegensatz zu Unchartet 1 oder 2). Medipacks und ähnliche Hilfmittel müssen hergestellt werden, dazu muss man sammeln, was widerum aber nicht schwer ist, solange man sich eine gute Portion Neugier bereitstellt.
Ladezeiten halten sich, wenn man mal vom Starten + Installieren des Spiels absieht, auch sehr in Grenzen. Falls man einen Encounter nochmal widerholen möchte, geht das meistens sehr schnell. Die Speicherpunkte sind dabei zumeist sehr fair gesetzt (im Gegensatz zu Bioshock: Infinite, da habe ich mich zum Teil kariert geärgert!) und häufig.
Zur Atmosphäre und Musik brauche ich im Grunde genommen nichts zu sagen. Erster Punkt versteht sich von selbst und ist durchwegs vorhanden und absolut greifbar, zweiter Punkt ist leise, aber beständig und einfühlsam.
The Last of Us ist vieles: Witzig, melancholisch, bedrückend, zärtlich, brutal, liebevoll - ein Spiel voller Facetten, die alle derartig gut um das komplexe und schwierige Thema des Vatergefühls herumgesponnen sind, dass man meint, selbst mit Joel und Ellie mitzuleben. Gerade im Hinblick auf das Ende, bleibt mir nur zu sagen, dass ich noch nie ein derartig lebensechtes Spiel spielen durfte. <3
Kyla wurde geslated - ihre Erinnerungen ausgelöscht, sozusagen
gerebooted (um ein paar der vielen Anglizismen dieses Buches
aufzugreifen). Kylas Leben beginnt also bei Null und sie kommt in eine
neue Familie. In dieser findet sie auch schnell Anschluss: Ihre neue
Schwester ist auch eine Slaterin, hat also auch einen Levo. Levo, das
ist so eine Art Armband, die Slater immer mit sich herumtragen müssen
und deren Technik mit den Nerven im Gehirn verbunden ist - sinkt die
Anzeige ihres Armbandes auf unter 2,0 , fallen die Tragenden in
Ohnmacht, werden sozusagen "abgeschaltet". Damit wird verhindert, dass
sie nochmal den Fehler begehen, den sie in ihrem vorherigen Leben
gemacht haben - sich von ihren Gefühlen überwältigen lassen und eine Tat
gegen die Gesellschaft in ihrer Form unternehmen.
Doch
irgendwann merkt Kyla, dass sie anders ist. "Kyla ist anders als alle
Anderen." ist so ein Satz, den man in diesem Buch sehr oft lesen muss.
Die Autorin verwendet ihn Schlagwortartig als ob sie den Leser einer
Gehirnwäsche unterziehen möchte. Die Protagonistin merkt, dass ihr Levo
nur dann steigt, wenn sie Verzweifelt ist - wenn sie jedoch
Aggressivität verspürt, bleibt er gleich. Sie versucht herauszufinden
warum..
Natürlich darf auch in "Gelöscht" eine für dieses Genre
typisierende Liebesgeschichte nicht fehlen: Kyla trifft in ihrem
späteren Schulalltag auf Ben, einen weiteren Slater, der sie verwirrt
und ihre sowieso schon angenagten Gefühle weiter durcheinanderbringt.
Der
Schreibstil Teri Terrys ist sehr einfach und flüssig zu lesen, passt
zur Geschichte und ihrer Atmossphäre - diese ist zwar nett, lassen in
mir jedoch keine richtigen Bilder der hiesigen Gesellschaft oder
Landschaft aufkommen, Kylas Gefühle werden jedoch, wenn auch recht
sachlich und passend zu ihr selbst darfestellt.
Klappentext des Buchrückens der HC Version, bibliogr. Angaben weiter unten.
Leider erfährt
der Leser auch in der Dystopie "Gelöscht" nur wenig über die genauen
Details zum historischen Kontext der Gesellschaft, wie man sie in diesem
Buch vorfindet - woher kamen die vielen Krawallen und Demonstrationen
in den Jahren zuvor ? Es fiel mir etwas schwer mir vorzustellen, wieso
man sich im Jahr 2054 dazu entscheidet die Technik des "Slatens"
einzusetzen und Jugendlichen (denn bei Erwachsenen und Kindern
funktioniert es natürlich nicht, sehr überraschent und leider nicht sehr
originell) ihre Erinnerungen sowie auch das Recht auf Aggressivität zu
nehmen.
Genauso wie der geschichtliche Hintergrund erklärt das Buch
in keiner Weise die sozialen Auswirkungen auf die Einführung einer
derartige Technik. Der Leser bleibt also allein gelassen mit Kyla und
den Reaktionen ihres Umfelds, die, ehrlich gesagt, nicht durchwegs
positiv sind. Es kann gut sein, dass meine Erwartungen an einen Young Adult Roman zu hoch erscheinen, allerdings rechtfertigt dies meiner Meinung nach nicht die Tatsache, dass mich durch die wenigen Informationen, die mir in "Gelöscht" zu ebengenannten Hintergründen begegneten, das Buch in gewissem Maße langweilte und enttäuschte.
Die Charaktere des Buches bleiben durchwegs blass
und ziemlich eintönig, überzeugen aber dennoch auf ihre Art und Weise.
Besonders sympathische Personen gab es dabei nicht, wobei mir jedoch
besonders Kyla, im Nachhinein betrachtet, ziemlich grau und langweilig
erscheint: Abgesehen von ihrer Leidenschaft fürs Laufen und den Sport
fällt mir keine Charaktereigenschaft ein, mit der ich sie beschreiben
könnte. Langweilig!
Dementsprechend ist auch mein Urteil: Kein
schlechtes, aber durchwegs auch kein überzeugendes dystopisches Buch mit
interessantem Ansatz, der aber bei weitem nicht ausgeschöpft wird.
Zudem besitzt das Buch noch den Nachteilnur der Anfang einer
dreiteiligen Buchreihe zu sein - die Ereignisse kommen erst in den
letzten beiden Kapiteln richtig ins rollen und werden genau an der
spannsten Stelle abgebrochen. Das neue Buch erscheint erst Anfang 2014.
Schade, dass Trilogien vermehrt immer mehr auf den "Cliffhängerzug"
aufspringen. Ich werde mir den zweiten Teil nicht kaufen.
von FÜNFErdbeerpockys.
Titel: Gelöscht
Autor: Terri Terry
Verlag: Coppenrath Verlag
Seiten: 432
Erscheinungsdatum: Juni 2013
ISBN: 978-3-649-61183-7
Autorin aus: den USA HIER kann man ins Buch hineinlesen.
Gelöscht ist im Coppenrath Verlag erschienen, bestellen kann man es hier. Vielen Dank an vorablesen.de und den Coppenrath Verlag für das Bereitstellen eines Leseexemplars!
We tell them we got lost looking for the bathroom.
Ehrlich gesagt traue ich mich an Game-Reviews, da ich sie so selten verfasse (was zum Teil daran liegt das ich einfach mehr lese als im Schnelldurchlauf Games durchzocke :'D), kaum noch ran. Das muss sich ändern! Also beginne ich gleich mal mit dem Gestern von mir beendeten Bioshock: Infinite. Wem das kein Begriff sei, hier der Trailer:
Die Storydieses Ego-Shooters (welche vor den Ereignissen von Bioshock 1 und Bioshock 2 spielt) ist einfach erzählt: Wir schreiben das Jahr 1912. Du spielst Booker DeWitt, New Yorker, einen in Schulden steckenden Privatdetekiv, der die junge Frau Elizabeth aus der Stadt in den Wolken, besser genannt Columbia, befreien soll. Wolken? Welche Wolken? Weil das amtierende Oberhaupt Columbia, der Prophet Comstock, irgendwann mal die spontane Idee hatte sich mit seiner Stadt und deren Bewohnern in die Luft abzusetzen.
Wer die Vorgänger Infinites gespielt hat, kann sich denken das die Handlung jedoch nicht so einfach bleibt, wie sie auf den ersten Blick ausschaut. Die üblichen Storytwists bleiben nicht aus und das Ende ist sehr überraschend und absolut genial. Wer jedoch denkt, dass das Spiel seinen Vorgänger (storytechnisch gesehen) ähnelt, liegt absolut falsch. Ohne zu viel zu verraten: Ihr werdet es kaum kommen sehen!
Welt.Die Atmosphäre Comubias ist erfrischend anders (und kein bisschen nass und düster). Hell, luftig und ziemlich schwindelerregend - die Macher des Spiels haben sich zudem alle Mühe gegeben eine dystopisch-verdrehte Welt, in der allesamt an den sehenden Propheten glaubt, darzustellen, ohne sie im 'üblichen' Bioshock Sinne unheimlich wirken zu lassen. Versteht mich nicht falsch, die Welt ist falsch und irgendwie komisch, allerdings nicht im Big Daddy + Little Sister Stil. Anstelle von Verfall, Drogensucht und Irren hat man eine friedliche, heile Welt, deren
Abgründe sich erst nach und nach still und heimlich vor einem auftun.
Gameplay.Wie man sich vielleicht bereits denken kann, lebt Bioshock: Infinite hauptsächlich von seiner Atmosphäre, die Steuerung des Spiels selbst (von mir gespielt: PS3 Version) ist für einen Shooter unkomplex und einfach. Wieder dabei: Der übliche Kampf wird durch die Schultertasten ausgeführt: Links für Fähigkeiten (hier: Plasmide), rechts die jeweilige Waffe. Letzteres gibt es nur noch zwei, zudem fallen die verschiedenen Munitionsarten komplett weg. Auch die Handhabung der Plasmide wurde vereinfacht (zudem erkennt man sie fast alle wieder). Zusätzlich zur Waffe gibt es nun noch den Greifhaken, an dem man sich achterbahnmäßig durch Columbia fortbewegen kann (hierbei habe ich mir sehr oft eine 3D-Brille gewünscht).
Ein ganz neues Feature (auch wenn es komisch klingt, sie so zu nennen) ist Elizabeth selbst: Sie hat die Fähigkeit Risse zu öffnen, durch die man in den schnellen Besitz nützlicher Helfer kommen kann. Mehr wird nicht verraten (:
Elizabeths KI ist im übringen ein Traum - endlich ein 'NPC' (auch wenn es sich fies anhört) der klug ist! Anstatt dumm rumzustehen oder blöde Kommentare abzulassen wirft sie DeWitt im Kampf immer wieder Heilpacks oder ähnliches zu, die sehr helfend sind. Okey, manchmal wirft sie einem auch das Falsche zu. Kann ja mal vorkommen. (Vielleicht braucht sie auch eine Brille.)
Grafik. Ja, klar - die PS3 Version ist nicht der Knaller schlechthin, aber dennoch konnte mich die Grafik trotz hie- und da schwammiger Texturen sehr überzeugen! Kleine Details an vielen Stellen versüßen das Spiel, mein Liebling waren die schlichten weißen Klappstühle am Battleship Bay, die mit dem Sternchen..
Kommen wir zu den Dingen, die ich für verbesserungswürdig gefunden hätte (man soll ja alles positiv formulieren):
Die Leveldesigns. Sind schlauchig, aber lang und abwechslungsreich - allerdings hätte ich mir wirklich WIRKLICH sehr eine Karte gewünscht. Die gibt es zwar, allerdings nur in der Spielwelt selbst, was einem nicht wirklich bei Nebenquests hilft.
Apropos.. Nebenquests. Gibt es sehr wenige. Oder ich habe einfach nicht genau genug hingeschaut. Ich weiß auch nicht, aber abgesehen von vielen versteckten Schlössern die Elizabeth ziemlich locker knackt konnte man neben Voxophones, Geld, Munition, Waffen oder Infusionen nicht viel entdecken.. (zum Sammeln, versteht sich - storytechnisch gab es immer viel zu entdecken!).
Mir fehlte ein bisschen das Hacken. Die Minigames, die immer so lustig waren (pff klingt das flach). Ja, die gibt es nicht mehr, dafür gibt es eine Fähigkeit, die sich Possession nennt. Nett, aber echt nicht das gleiche.
Emotionale Tiefe. Wohl mein größter Kritikpunkt - ich hätte mir noch mehr Interaktionen zwischen Booker und Elizabeth gewünscht. Sie reden zwar viel, aber die emotionale Tiefe Elizabeths schien mir doch an manchen Stellen etwas flach zu sein. Ohne zu viel zu spoilern: Nachdem ihr sie befreit, kommt sie ziemlich schnell mit der neuen Umgebung klar (sie war ihr ganzes Leben in einem Turm gefangen) und hat kaum Probleme sich zu orientieren und überhaupt die Menge an FREIHEIT um sich zu spüren. Natürlich macht sie im Spiel selbst einen ziemlichen emotionalen Wandel mit, dies muss man ihr zu Gute halten, aber meiner Meinung nach hätten die Macher ihr noch etwas mehr.. Raum für Persönlichkeitsentwicklung lassen können gerade da sie als Protagonistin unverzichtbar ist. Meiner Meinung nach hätte sie sogar im Kampf etwas mitkämpfen können! Sie ist zwar nicht hilflos, aber kommt hingegen SEHR schnell mit der Tatsache klar, dass Booker ziemlich viel schießt und mordet, zuckt mit den Schultern, und benimmt sich im Kampf dann nur etwas weniger ängstlich. Kämfende Frauen sind irgendwie (als Protagonisten, schließlich gibt es hier auch noch Fitzroy, für deren Abgang ich mir auch etwas mehr Originalität gewünscht hätte) in Bioshock ein Tabuthema*.
Wo wir auch schon beim zweiten Punkt wären: Moralische Entscheidungen. Gab es im zweiten Teil, im dritten gibt es die (hüstel) nicht mehr. Nicht ganz. Jedenfalls sind sie für den Verlauf des Spieles unwichtig und hätten gut in die Welt hineingepasst. Vielleicht bin ich nur zu Mass Effect verwöhnt, aber irgendwie finde ich es schon krass, dass man in diesem Spiel ohne Wimpernzucken ganz 'normale' Menschen abknallt, während in den ersten Spielen ja nur die "üblichen Irren" dran waren. Wenigstens ein paar Entscheidungen mit Auswirkungen hätten dem Spiel bestimmt mehr Tiefe verleiht.
Letztendlich bleibt Bioshock: Infinite, was es schon immer war: Ein Shooter mit Tiefgang und Originalität, wenn auch in diesem Teil etwas an emotionaler Tiefe gespart wurde (was natürlich hinsichtlich Bookers gewollt ist, denn mit großem unbekannten Protagonisten lassen sich herrliche Storyplots einbauen). Empfehlenswert für Fans der Reihe und Neulinge, da ich schön finde, dass Bioshock auch seine alten Bahnen verlässt und neue (atmosphärische) Tiefen erlangt**.
*Nicht ganz, wenn man die Big Sisters bedenkt natürlich, aber zu Elizabeth hätte eine kleine Pistole auch gut gepasst. **Auch wenn die Handymen nie an die Big Daddys herankommen können, versteht sich.
"Ein Jahr voller Wunder" nimmt sich, was vielen Büchern fehlt: Zeit.
Denn die gibt es in der Welt, in der die elfjährige Julia lebt, wirklich
genügend - die Erde hat angefangen sich langsamer zu drehen, die
Erdrotation spielt verrückt und die Folgen beeinflussen sämtliches Leben
auf dem Planeten. Viel wichtiger für Julia sind jedoch die direkten
Auswirkungen auf ihre soziale Umgebung: Ihre Eltern machen sich Sorgen,
ihre beste Freundin, Mormonin, zieht weg und lässt sie alleine.
Julia
fängt an zu lernen mit der Verlangsamung der Welt umzugehen und spürt
zum ersten Mal in ihrem Leben die Bedeutung des Wortes "Verlust". Die
lernt eine neue Art von Alltag und Liebeskummer, wie sie nur Elfjährige
haben können, kennen - und so hart es auch klingen mag: das Leben nimmt
seinen Lauf.
Wie keine andere schafft es Karen Thompson Walker in
die Sicht der jungen Julia abzutauchen und lebendig werden zu lassen.
Ihr poetischer, teils sinnlich-melancholischer (und trotzdem ab-
und zu nüchtern wirkender) Schreibstil lassen das Buch ernst wirken,
ohne zu bedeutungsschwanger zu werden: Dafür dreht sich der Roman zu
sehr um die begrenzte Welt der jungen Protagonistin, die die
Veränderungen mit doch ganz anderen Augen sieht, als die Erwachsenen um
sich herum. Erzählt wird das ganze von ihrem älteren Ich aus der
Zukunft, in einer Rückblende - lediglich störend empfand ich gegen Ende
des Buches die vielen Wortverwendungen wie "es war das letzte Mal, dass
ich..", "Ich konnte ja nicht ahnen, dass es das letzte Mal sein würde.."
u.Ä. Sie geben dem Buch am Ende mehr Dramatik, als es hätte sein
müssen.
Wer in dem dystopischen Buch Aktion und emotionale Klippen
und Berge erwartet, wird enttäuscht. Mit leisen, sanften und ruhigen
Tönen entführt die Autorin den Leser in eine sehr bewegende und
wunderschöne, wenn auch sehr traurige Welt. Die Helden des Buches
bleiben dabei durchwegs authentisch und sehr bildhaft - neben Julia und
ihrer Familie (inklusive Opa) gibt es da noch ihren heimlichen Schwarm
Seth, ihre Gothicfreundin Abbey und die jungsvernarrte Michaela - Sie
alle sind Teil von Julias Welt.
Die Erzählungen Julias werden hie-
und da leise von eingestreuten Anmerkungen und Erzählungen über den Rest
der Welt unterbrochen, die dem Leser ein objektiveres Bild auf die
Geschehnisse der Erde geben und sich sehr angenehm ins Gesamtbild der
Erzählung einfügen. Die Mischung aus ihrer subjektiven Sicht und der
Gesamtsituation sind passend zusammengefügt und einfühlsam dargestellt.
Ein
Vergleich mit dem genreähnlichen Werk "Die Welt, wie wir sie kannten"
ist hier unumgänglich: Auch hier wird gelernt, dass Leben in seiner
neuartigen Form zu akzeptieren und zu überleben. Alltag und Skurilität
vermischen sich mit den täglichen Schwierigkeiten und Hürden des Tages
(oder der Nacht). Dennoch ist es eine ganz andere Sichtweise (durch eine
andere Protagonistin), die hier vermittelt wird. Auch gibt es in diesem
Buch weniger drastische, sondern mehr kleine, familieninterne
Katastrophen - und doch sind beide der schriftliche Beweis dafür, dass
das Leben auch in bedrohlichen Umständen weitergeht.
Der Titelname des Buches
"Ein Jahr voller Wunder" wollte mir von Anfang an nicht wirklich
gefallen - zu kitschig, zu genreuntypisch und irgendwie
vorurteilsbelastet war er mir (genauso wie das Cover, unter dem ich mir
eine ganz andere Geschichte vorstellen würde). Doch ich wurde eines
besseren belehrt: Wer das Buch zu Ende ließt versteht, wieso der Titel
"Ein Jahr voller Wunder" besser kaum sein könnte, ganz wie das
Titelbild.
Letztendlich ist der Roman um die kleine Julia eine
herzzerreißende und bittersüßer sowie auch sehr realistische und nie ins
tragisch abweichende Geschichte um das Ende einer Welt - wie Julia sie
sah und erlebte.
FÜNF von FÜNF Wundern.
Titel: Ein Jahr voller Wunder
Autor: Karen Thompson Walker
Verlag: btb
Seiten: 320
Erscheinungsdatum: 13. Mai 2013
ISBN: 978-3442753635
Autorin aus: den USA HIER kann man ins Buch hineinlesen.
Ab und wann sieht man in der wöchentlichen Sneak Preview doch noch einen Film, der beeindruckt. In meinem Falle war es letzte Woche "The Purge", der meiner fachkundlichen Meinung nach diese Woche noch rauskommt. Worum geht es in dem Streifen, dessen Plakat* wirklich nach einem genretypischen Horrorstreifen aussieht?
Amerika in der Zukunft hat sich eine brilliante Taktik zur lösung des Kriminalitätsproblemes ausgedacht: Einmal im Jahr findet eine sogenannte "Säuberung" statt (daher der deutschte Untertitel) indem eine Nacht lang, für 12 Stunden, ALLES erlaubt ist: Rache, Diebstahl, Raub, Mord ja sogar Vergewaltigung ist legal. Es gibt keine Strafen und niemand wird es dir nachsehen, wenn du in dieser einen Nacht jemanden umbringst. Selbst die Polizei sowie die Krankenhäuser verweigern den Bürgern wärend der Säuberung ihre Hilfe - jeder ist auf sich allein gestellt.
Warum das alles? Es soll den Menschen die Möglichkeit geben all ihren angestauten Aggressionen einmal im Jahr Platz zu geben - ohne vor den Konsequenzen Angst haben zu müssen. Die Forschungen bestätigen dies: Seitdem die Säuberungen in den USA eingeführt wurden ging die Kriminalitätsrate in der restlichen Zeit des Jahres drastisch zurück.
Die Familie Santin unterstützt die Tradition der Säuberung - zufälligerweise ist der Vater des Hauses Erfinder eines brillianten und totsicheren Schutzsystemes, welches zwar so gut wie unbezahlbar ist, den reichen Bürgern der Stadt aber ein Gefühl von Sicherheit wärend der Säuberung gibt. Dummerweise lässt der Sohn des Hauses am Abend einen schutzsuchenden Mann ins Haus - zudem hat sich auch noch der heimliche Liebhaber der Tochter ins Haus geschlichen - alles Dinge, die diese Nacht ziemlich grundlegend beeinflussen..
Soviel zur Inhaltsangabe. Ja, "The Purge" ist eine Dystopie, wenn auch eine zeitlich sehr begrenzte - wie man sich denken kann berichtet der Film nur von dieser einen Nacht.
Interessanterweise beschränkt er sich dabei wirklich nur auf Familie Santin und nimmt dabei sowohl feinere Stimmungen als auch emotionale Achterbahnfahrten in sein Repertoire mit auf. Infos vom Rest der Welt gibt es auch, diese werden jedoch nur durch Medien angedeutet (Radio, Internet, etc).
Die mörderische Spirale ist durch das Einlassen des Obdachlosen einprogrammiert, genau so wie auch einige Klischees - dennoch ruht sich der Film meiner Meinung nicht auf genretypischen Ideen aus sondern entwickelt eine eigene, sehr dynamische Spannung die auch zum Ende hin sehr überrascht.
Die Charaktere sind dabei vielleicht das größte Übel: Neben der typisch pubertierenden Zoey gibt es den kleinen Strebersohn Charlie und die bonzigen reichen Eltern der beiden. Wobei den Protagonisten zu Gute gehalten werden muss, dass sie alle bis zum Ende des Films eine ziemliche Wandlung durchmachen.
Einziges Manko: Der Film kann sich nicht wirklich entscheiden ob nun Horrorszenario oder Gesellschaftskritik. Schwarzhumorig oder ernstzunehmend. Viel Blut oder viel Tiefgang? Ein bisschen mehr von letzterem (+ weniger Action) hätte ihm sicher nicht geschadet, somit ist er zwar ein guter und empfehlenswerter dystopischer Film mit einer brillianten neuen Idee, der jedoch hie- und da noch etwas ausgebessert werden könnte.
von fünf Messern.
*die amerikanische Version ist irgendwie hübscher.
The Purge - die Säuberung
Produktionsjahr: 2013
Genre: Horror, Sci-Fi, Dystopie, Thriller
Regie: James DeMonaco
Mit: Ethan Hawke, Lena Headey, Max Burkholder
Aus: den USA
Unwichtige Infos: Laufzeit 85 Minuten
Für: Dystopienliebhaber, Sicherheitsphanatiker, Menschen mit Mitleid und Leid, Fans von kleinen grusligen Puppen
Das Leben zwischen dem 20. und dem 60. Lebensjahr wurde ausgelöscht, sodass es nur noch Kinder, Jugendliche und alte Menschen gibt. Außerdem ist die Lebensspanne inzwischen auf bis zu 200 Jahren angehoben worden. Enders, so werden die alten Menschen genannt, regieren die Welt wie Callie sie kennt. Callie selbst ist eine Starterin, eine Jugendliche die mit ihrem jüngeren Bruder Tyler in ärmlichen Verhältnissen auf der Straße lebt. Die Welt der reichen Enders ist mit dem Tod ihrer Eltern für sie in weite Ferne gerückt - da wird Tyler krank und Callie muss zusehen wo sie Geld herbekommt. Ein Unternehmen wie Prime Destinations kommt ihr da gerade recht: Sie muss ihren Körper doch nur für eine kurze Weile an reiche Enders, die einen Trip in ihre Jugend machen wollen, vermieten - schon würde es ihr und ihrem Bruder viel besser gehen. Was nach einem einfachen Job im Dienste der illegalen Body Bank aussieht, entpuppt sich jedoch als gefährlicher als erwartet - als Callie auf einmal mitten in ihrer "Vermietung" aufwacht...
Wie üblich ist die Idee die dem Roman "Starters" zu Grunde liegt genial: Körper zu vermieten, gesellschaftliche Ungleichheit (die reichen Alten bestimmen über die armen Jungen) und Schönheitswahn. Leider hapert es auch in diesem Werk teilweise an der Umsetzung, was ich an folgenden Punkten festmache (wobei nicht alle Punkte negativ zu verstehen sind):
*Fehlende Hintergrundinfos über die Entstehung einer solch ungleichen und ungerechten Gesellschaftsform - immer wider wird ein Sporenkrieg genannt in dem nur die Jüngsten und Ältesten Impfungen bekamen. Das erscheint mir aber im Laufe der Geschichte immer fadenscheiniger und unlogischer. Es kann doch nicht sein, dass wirklich niemand im mittleren Alter sich das Gegenmittel beschaffen konnte?! Auch die Technik mit der die Menschen so alt wurden, wird nicht erläutert. Außerdem ist der erwähnte Sporenkrieg zwar erst vor einem Jahr gewesen die Enders sind aber trotzdem schon bis zu 200 Jahre alt - dies ist einfach so und wird so hingenommen. Für mich ein Fragezeichen mehr.
Weiter störte mich etwas die Tatsache, dass nur wenig auf die emotionalen Folgen des Krieges auf die Enders eingegangen wird - gerade die Alten müssen doch massig "mittelalte" Menschen (Töchter, Söhne) verloren haben? Auch auf den plötzliche Drang so vieler steinalter Menschen SO jung "leben" zu wollen, wird meiner Meinung nach nicht genug eingegangen.
Die fehlende Tiefe der Hintergrundgeschichte, die ja grundlegend für die
Gesellschaftsform in der der Roman spielt, ist lässt leider immer
wieder Fragen aufkommen die nicht beantwortet werden und die mich
persönlich etwas ärgerten. Eine gute Idee will auch gut durchdacht werden. Das ist hier leider nicht der Fall - allerdings könnten einige Fragen natürlich auch im nachfolgenden Band beantwortet werden.
Schön, wenn Madonna sich da so sicher ist.
*Mary SueCharaktere: Ja, leider besitzt dieses Buch sogar mehrere dieser omniösen Alleskönnergestalten. Ihnen voran die Protagonistin Callie, die von ihrem Vater das Präzisionsschießen mit der Pistole üben konnte, also quasi eine perfekte Kriegerin abgibt. Viele Gedanken macht sie sich leider auch nicht - Callie hat einige Eigenschaften aber keine wirklich herausstechende: Kreative Monologe gehören nicht dazu.
Sie sieht gut aus**, ist sportlich und sorgt sich ab- und zu um ihren kleinen Bruder. Leider reichten diese drei Eigenschaften (die so viel Tiefe besitzen wie sie dort geschrieben stehen, also quasi gar keine) nicht aus um wirklich mit ihr mitfühlen zu können.
Wieso ist sie nun eine Mary Sue? Weil ihr einfach irgendwie alles gelingt! Nicht, dass ihr nie etwas schiefgehen würde. Doch wenn, hatte ich immer das Gefühl, dass die Autorin ihr im Nachhinein nur eine Brücke zur nächsten Storyline bauen wollte um sie besser dastehen zu lassen.
Beispiel: Callie findet sich im Leben einer Fremden wieder - und kennt dementsprechend auch keinen der Freunde ihrer Vermieterin. Trotzdem schafft sie es im Roman ständig jemanden dort und hier zu kennen, der ihr bei der Lösung ihres aktuellen Problemes hilft. Mal ist es eine hippe Freundin, mal ein Techniker. Trotz fehlender ausgeschriebender Gespräche (ja, man könnte meinen die Autorin blendet jedes Mal wenn ein Gespräch ausführlich und interessant werden könnte, ab!) hat sie gegen Ende jede Menge Menschen auf die sie sich verlassen kann - irgendwie konnte ich das so gar nicht nachvollziehen.
Auch wirkt Callie für ihr Alter und für das, was sie bisher erlebt hat (Verlust ihrer Eltern und das Leben auf der Straße) sehr reif. Gerade in der zweiten Hälfte des Buches war ich immer wieder erstaunt wie selten sie zögerte oder über die Konsequenzen ihrer Handlungen nachdachte. Das ist gerade bei einem so ernsten Thema (Menschenhandel, gesellschaftlich & moralische Fragen) verschenktes Potenzial und ließ ihren Charakter nur noch oberflächlicher wirken.
Die anderen Personen des Buches besitzen so gut wie gar keinen Charakter und werden nur oberflächlich mit Eigenschaften besehen. Ich hatte das Gefühl, dass das beschreibende Wesen von Atmosphäre und Wirkung auf die Charaktere der Autorin etwas abkommt - wirkliche Nähe zwischen Callie und den diversen Personen verspürte ich nie.
*Die Sprache des Buches ist schnörkellos und einfach. Das bringt die Dinge auf den Punkt. An einigen Stellen vielen mir mehrere Wörter bzw Umschreibungen, die direkt aus dem Englischen übernommen anstatt übersetzt wurden, auf.
*Die Geschichte von Startes selbst ist gut durchdacht (lässt man mal die fehlenden Hintergrundinfors über die Welt an sich weg) und überrascht mit einem Storytwist am Ende. Leider wirkt die zweite Hälfte des Buches hie- und da immer wieder etwas konstruiert, da ständig etwas passiert. Alltagsgeschehen und Ruhe findet man als Leser nur selten.
** Aussehen: Ein Stilmittel von Lissa Price. Nirgendwo im Roman findet sich eine Beschreibung von Callies Aussehen. Dies soll wahrscheinlich das Identifikationspotenzial mit der Protagonistin verstärken.
Fazit: Spannende Dystopie mit guter Idee die durch ihre schwache Umsetzung (Charaktere, Hintergrundinformationen, Sprache) ausgebremst wird.
Die Welt ist digital. Wer etwas anderes behauptet, ist entweder bekloppt oder hat einen verdammt schlechten Internetanschluss,
meint Madleine - bis sie sich im Internet verliebt. Real sieht der
Kerl, der sich Justin nennt, dann doch viel überzeugender aus, als sie
sich vorgestellt hatte. Und Schwupps, sitzt sie auch
schon wieder inmitten von Problemen. Denn ihr Vater, der Gründer der
Digital School, findet es nicht lustig, dass seine Tochter mit dem
quasi-Anführer der DS-Gegenbewegung rumhängt.
Eine originelle
Idee, eine kitschige Romanze und eine starke Heldin - viele gängige
Mittel von denen die Dystopienlandschaft momentan fast überschwemmt. Und
dennoch schaffte es "Die Rebellion der Maddie Freeman" mich vom ersten
Satz an ans Buch zu fesseln.
Maddie ist eine sympathische, wenn auch
etwas wankelmütige Protagonistin die leider etwas Zeit braucht, um zu
überzeugen. Justin dagegen (ganz im Twilight-Stil, bitte verflucht mich
dafür jetzt nicht) überzeugte fast sofort. Die Beschreibung seines
Charakters & seines Aussehens war so auf den Punkt gebracht, dass
die Autorin genügend Platz für eigenen Spielraum bot, und dennoch nicht
zu wenig offen ließ.
Doch hier komme ich zum ersten Kritikpunkt: Der Schreibstil des Buches war sehr einfach aber passend - hätte aber durchaus noch ausführlicher sein können.
Denn leider fehlte mir auch in dieser Zukunftsvision die, so genial sie in ihren
Ansätzen auch sein mag, im Laufe des Buches doch hinter der Romanze
liegen blieb: zu schwammig, zu konturlos und undetailliert wurde mir
die Welt beschrieben. Dadurch geht dem Buch leider eine Menge
Authentizität verloren, die dem Gesamtwerk wirklich mehr Tiefe hätte
verleihen können. Dies ist dann auch mein größtes Problem mit "Die
Rebellion der Maddie Freeman" - eine so realistische Idee (deren
Grundgedanken teilweise sehr unserer heutigen Gesellschaft
wiederspiegelt) hätte wirklich mehr ausgebaut werden können. Leider
verläuft die Geschichte sehr nach dem typischen Klischee: Maddie baut
Ärger, gewaltigen Ärger und verrennt sich total in ihren Gefühlen zu
Justin. Das ist verschenktes Potenzial und somit sehr schade.
Auch
die immer wieder kritisierten und auftauchenden Logikfehler (so sind
z.B. persönliche Treffen unter Menschen verpönt - wieso spielt Maddie
dann Fußball? Und wie könnte sonst die Kanalisation funktionieren?
Irgendwer MUSS doch arbeiten, damit alles funktioniert. Auch
Internetleitungen legen sich nicht von selbst.) störten den Lesefluss
etwas.
Weiterhin eine Tatsache, die ich so bisher selten erlebt
hatte, und fast etwas übertrieben wurde: Maddie trat neben ihrem Schwarm
Justin fast schon in den Hintergrund der Geschichte - Justin hier,
Justin da, teilweise fragte ich mich fast schon, wieso die Geschichte
nicht "Die Rebellion des Justins C." hieß.
Die Geschichte selbst ist
in sich abgeschlossen. Dennoch gibt es eine Fortsetzung, die ich dank
Dramatik und Spannung (an denen es dem Buch wirklich nicht fehlt) wohl
auch lesen werde.
Eine empfehlenswerte Dystopie mit sehr gutem
Ansatz, der in sich aber leider hinter der Geschichte zurückbleibt und
absolut nicht genug ausgeschöpft wird.
Band 2: Maddie Freeman ist zu ihrem Bruder nach L.A. gezogen und verlebt vergnügliche Tage mit Discobesuchen und ihre besten Freundin deren Namen ich leider inzwischen wieder vergessen habe. Doch plötzlich ist Schluss mit der Heiterkeit,
da Maddie es nicht lassen kann eine der bekanntesten Virtual Reality
Discos zu hacken - und sie wandert direkt in die Arme einer
Jugendstrafanstalt, eines sogenannten Umerziehungscamps. Dort merkt die
junge Rebellin dann schnell, dass es gar nicht so einfach ist sich deren
Methoden der Gehirnwäsche zu entziehen..
Der zweite Teil der Maddie-Trilogie liest
sich genauso angenehm und flüssig wie sein Vorgänger - dennoch würde
ich es nicht empfehlen, dass Buch anzufangen ohne den ersten Teil
gelesen zu haben, da der Leser kaum über die Welt und ihre
Beschaffenheit aufgeklärt, sondern mehr oder weniger gleich ins
Geschehen geworfen wird. Die komplett digitalisierte und verkabelte Welt
von Madleine wird wiederaufgegriffen und fast noch lebhafter als im
ersten Teil (man bekommt mehrere Beispielhomepages und Dating-Sites
beschrieben) dargestellt, was sich wirklich gut lesen lässt und Spaß
bereitet. Auch bekommt der Leser in diesem Band mehr
Hintergrundinformationen über Maddies Freund, Justin, zu lesen - wobei
wir direkt am ersten Kritikpunkt wären:
Die Charaktere. Sie
bleiben blass. Ich kann nicht genau sagen, wieso ich es irgendwie nicht
schaffte, neben Justin und Maddie mit den Protagonisten (Molly, Scott,
Gabe und wie sie alle heißen) warm zu werden, aber irgendwie sind sie
doch alle eine graue Masse - Maddies beste Freundin zum Beispiel ist
urplötzlich ihre BBF, ihre Fußballfreundin aus dem ersten Band wird
nicht mal mehr erwähnt. Überhaupt - der Umgang zwischen den Charakteren
ist mir teilweise etwas zu bilderbuchhaft brav (oder eben auch nicht
brav) und manche Charaktereigenschaften (wie z.B. Justins Umgang mit
seiner Vergangenheit) wirken sehr gezwungen dramatisch. In diesem Sinne
wirken auch die vielen tiefsinnigen Gespräche, die Maddie mit Justin
führt, ziemlich unecht. Anstatt lebhafte Gespräche mit denen man
mitleben und fiebern kann, zu schaffen, verliert sich die Autorin in
überflüssigen moralischen Fragen die immer und immer wieder aufgebrüht
werden um die Wandlung Maddies Charakter von einer unsicheren Teenagerin
in eine echte Rebellin darzustellen. Meh.
Auch fehlt dem zweiten Band, ganz wie dem ersten, letztenendes die vollkommende Authentizität einer Zukunftsvision von 2060 - vielmehr hatte ich das Gefühl einer überdramatisierten Version von 2019 beizuwohnen.
Das zeigt sich zum einen in der sehr auf Probleme von Maddie fixierten
Handlung: Die Welt wird einfach nie komplett und detailliert
dargestellt, ihr fehlt die Tiefgründigkeit und ich habe nie das Gefühl
gehabt einen kompletten Blick auf das Bild zu bekommen, sondern stehts
nur einen kleinen Ausschnitt zu sehen zu kriegen.
Die Story selbst
zieht sich leider auch etwas hin - zwar wird versucht Maddies
Veränderungen darzustellen, dank leicht oberflächlicher Darstellungen
schafft die Autorin das jedoch nicht ganz.
Letztendlich besitzt
der zweite Teil der Trilogie immer noch den selben guten Grundgedanken
über die virtuelle Welt und deren Folgen auf die 'Echte', macht Lust auf
den dritten Teil, kann aber dank fehlender Charaktertiefe nicht ganz
überzeugen.
Beide Bände bekommen von mir
von FÜNF Fernsehern.
Titel: Die Rebellion der Maddie Freeman (Band 1) &
Die Erde ist tot, denken die Leute unter der Kuppel, und leben ihr Leben
in einer zweigespaltenen Klassengesellschaft. Die Organisation
BREATHE ermöglichte dies nach dem sogenannten "Switch": Das Leben
außerhalb der Glaskuppel erstarb und so gaben sie den
Menschen innerhalb der gläsernen Einzäunung das, was sie brauchten: Sauerstoff.
Wer kein Geld dafür hatte, wurde Bürger zweiter Klasse, ein "Second" und
lebt in den Suburbs der Stadt.
So kommt es, dass der "Premium"
Quinn mit seiner Freundin Bea, die allerdings ein "Second" ist, einen
Ausflug außerhalb der Kuppel machen möchte - und dabei zufällig auf
Alina trifft, auch eine "Second", die sich allerdings den RATTEN, einer
gefährlichen Rebellenorganisation, angeschlossen hat.
Die
Geschichte der drei Protagonisten, von denen jeder aus seiner Sicht
erzählt und abwechselnd zu Wort kommt, nimmt sich Zeit erzählt zu
werden. Die Persönlichkeiten der Drei sind ziemlich unterschiedlich, was
sich im Verlauf der Geschichte jedoch etwas ändert und auch begründet
wird. Ich konnte mit allen Dreien sympathisieren und hatte keine
Schwierigkeiten mich in einen von ihnen hineinzuversetzen. Die anderen
Charaktere der Welt von "Breathe" dagegen sind nur halbherzig dargestellt - ihre Entscheidungen
oder emotionalen Ausbrüche sind nie ganz nachzuvollziehen und meiner
Meinung nach besitzen sie einfach nicht genügend charakterliche Tiefe
oder Detailreichtum, um wirklich facettenreich und ECHT wirken zu
können.
Leider nimmt der Roman seinen Helden am Ende etwas, was
so schnell nicht wieder wettgemacht werden kann: Die Entwicklungsfreiheit. Im letzten
Abschnitt des Buches (es dürfte ungefähr ab Seite 370 sein) wirkt die
Handlung wirklich sehr gerafft. Ohne zu spoilern kann ich verraten, dass die
Geschehnisse sich überhäufen und Quinn, Alina und Bea zu einer
Entscheidung gedrängt werden, die große Auswirkungen auf die restliche
Bände haben wird - die Ausarbeitung dieser Entscheidung jedoch wird
komplett übersprungen. Stattdessen wird dem Leser in relativ kurzen
Kapiteln die Ausführung der Entscheidung (das Laufen von einem Ort zum
anderen sowie ein Anriss von Gesprächen und Diskussionen) und in noch
kürzerer Abhandlung die Entscheidung selbst (wobei jeder Charakter
natürlich seine eigene Perspektive hat, was widerum interessant ist)
dargestellt - dann ist das Buch vorbei.
Ich persönlich fand die Raffung
zum Ende hin sehr schade, fast schon enttäuschend, da es mir so viel
schwerer viel mich in die Persönlichkeiten hineinzuversetzen und mit
ihnen mitzufühlen. Teilweise wirkte die Darstellung der Geschehnisse
nicht wirklich durchdacht und irgendwie undifferenziert dargestellt,
Hintergrundinformationen über historische Geschehnisse fehlen oder
werden einfach ausgelassen. Auch die anderen Charaktere werden zum Ende
hin unwichtiger und sind meistens lediglich Randerscheinungen. Wenn sie
wieder auftauchen, dann ist das meistens so plötzlich der Fall, dass man
sich erst in Erinnerung rufen muss, dass da ja noch jemand war.
Ein
interessantes Buch mit ungewöhnlicher Idee und sympathischer Umsetzung,
welches leider am Ende zu gerafft und auf eine Dramtisierung der
Geschichte (und einen Cliffhänger, natürlich) hinausläuft. Dennoch eine
Leseempfehlung, da zum Nachdenken anregend und vielversprechend.
von FÜNF Kreiseln.
Titel: Breathe - Gefangen unter Glas (Band 1)
Autor: Sarah Crossan
Verlag: dtv Verlag
Seiten: 432
Erscheinungsdatum: 1. März 2013
ISBN: 978-3423760690
Autorin aus: Irland- England - Amerika
Breathe - Gefangen unter Glas ist im dtv Verlag erschienen, bestellen kann man es hier.
Der zweite Teil der Trilogie des verrückten Mondes -
diesmal geht es nicht um Miranda, die auf ihrem Fleckchen Erde ums
Überleben kämpft, sondern um den Streber Alex. Dieser lebt mit seiner
Familie in New York, das ziemlich stark von den Katastrophen
betroffen ist. "NY ist eine Stadt der Armen geworden", so Alex. "Wer es
sich leisten kann, ist bereits von hier weg" Leider hat er seine beiden
jüngeren Schwestern am Hals: Briana und Julie, die beide genauso sehr
wie er hoffen, endlich mal wieder etwas von ihren Eltern zu hören..
Das
Leben der drei Geschwister könnte unterschiedlicher (zu dem von
Miranda) kaum sein: Streit liegt fast immer in der Luft und die
Nahrungsmittel sind ständig knapp: Sie sind sehr abhängig von der
wöchentlichen Nahrungsvergabe der Stadt. Dazu wird die Luft ständig
schlechter und kälter, die Leichen in den Straßen fauliger und das
Überleben schwieriger. Einzige Hoffnung in ihrem Alltag ist das tägliche
zur Schule gehen, denn die drei sind sich in einem doch sicher: In
ihrem Glauben zu Gott.
Im Gegensatz zum ersten Teil ist der
zweite Teil um Alex in der dritten Person geschrieben und man befindet
sich fast ohne Umschweife mitten im Geschehen. Leider hatte ich
ziemliche Probleme damit mit dem Protagonisten dieser Geschichte zu
sympathisieren: Seine Familie kommt aus Puerto Rico und ist stark
gläubig. Das alleine wäre ja interessant genug, doch leider kommandiert
er seine Geschwister fast nur herum, denkt gar nicht daran selbst einmal
den Haushalt zu schmeißen und lästert ständig über seine jüngste
Schwester Julie - schnell wird er meiner Meinung nach zu einer echten
Nervensäge.
Das Buch verliert damit jedoch keineswegs an
Authenzität - denn was Alex alles tut, um seinen Schwestern zu helfen,
macht sein Verhalten (fast) wett - auch wenn ich nicht all seine
Gedankengänge und Handlungen gut heiße. Die Situation in New York bringt
ihn und seine Familie an die äußersten Grenzen und ist äußerst
realistisch, dramatisch und alltagsorientiert geschildert.
Furchterregender
als ein Horrorfilm und dramatischer als ein Schneesturm - "Die
Verlorenen von New York" steht seinem Vorgänger kaum nach, auch wenn der
Protagonist Alex in mir sehr ambivalente Gefühle auslöst. Eine
Empfehlung nichtsdestotrotz.
von FÜNF Monden.
Nichts ist, wie es einmal war. So in etwa beginnt Miranda nach einem Monat des Schweigens wieder ihr Tagebuch - wir sind wieder mitten im Alltagstrott
ihrer Familie. Und doch ändert sich die Situation rasch - ihr
verlorengeglaubter Vater taucht mit seiner neuen Frau (+ Baby) auf, und
bringt zudem noch eine handvoll neuer Gesichter mit.
Gerade dank
seiner düsteren Atmosphäre und Hoffnungslosigkeit die dennoch gerade die
zwischenmenschlichen Seiten des Überlebens schildert, ist die "Die
Welt, wie wir sie kannten" Trilogie eine der überzeugensten, die ich
kenne. Und auch hierbei bleibt Susan Beth Pfeffer bei ihren Leistungen:
Zwar spürt man als Leser deutlich, dass Miranda ihren hoffnungsfrohen
Witz längst gegen leicht schwarzen Sarkasmus ausgetauscht hat, aber wer
könnte es ihr in einer Welt ohne Sonne verübeln? Ihre Emotionalen
Abgründe und Höhen sind dank Tagebuchform wieder gut nachvollziehbar und
ich befand mich gedanklich stehts hinter- und bei ihr. Auch die
Eintönigkeit, mit der sie sich fast schon abgefunden hat, trägt sehr zur
Stimmung mit bei.
Besonders auffallend sind die stehts nüchternden
und keinesfalls beschönigenden Darstellungen Mirandas - gerade diese
Schnörkellösigkeit macht den Reiz des Romans aus.
Die Charaktere
in diesem Band überzeugen und spiegeln makellos wieder, in welchem
Zwispalt sie sich alle befinden: Einerseits versuchend ihre letzte Würde
zu behalten und die Harmonie der Familie aufrecht zu erhalten,
andererseits ständig am Rande ihrer Leistungsfähigkeit. Das die meisten
von ihnen Teenager sind, denen ihre Jugend genommen wurde, macht die
Tatsache ihres Überlebens nur noch ironischer.
Einziger
Kritikpunkt des Abschlussbandes der Reihe ist für mich die Beziehung
zwischen Miranda und Alex, die mir zu schnell und zu impulsiv geht.
Vielleicht ist es aber auch diese Intensivität, die als Gegenpol zum
sonstigen Leben stehen soll und ohne die sie nicht überleben könnten.
Zudem
finde ich Alex Anstrengungen seine Schwester Julia derart beschützen zu
wollen (und die Art und Weise, in der er es begründet) künstlich und
nicht nachvollziehbar. Auch derartige Dialoge können nicht ganz
überzeugen.
Dennoch ist "Das Leben, das uns bleibt" ein würdiger
und guter Abschluss einer sehr gelungenen Reihe. Eine Hommage ans Leben
mit all seinen Achterbahnfahrten und Stromausfällen.
von FÜNF Monden.
Titel: Die Verlorenen von New York &
Das Leben, das uns bleibt (Band 1 und 2)
Autor: Susan Beth Pfeffer
Verlag: Carlsen
Seiten: 272 und 350
Erscheinungsdatum: August 2012
ISBN: 9783551582195
und 9783551582751
Aus: Amerika
Die Verlorenen von New York & Das Leben, das uns bleibt sind im Carlsen Verlag erschienen.
Axşamınız xeyir, çiyələk döyüşçülər və döyüşçülər əziz! Das war aserbaidschanisch und ein Willkommensgruß. Dies ist der Blog einer Erdbeere in der Erdumlaufbahn. Hier blogge ich über alles, was mir von den
Menschen im Gedächtnis bleibt - Bei Kontinentalschwankungen bitte ich, einen Arzt zu konsultieren. Willkommen! Dies ist der Blog von Erdbeerliebe, der sich in einer Peripherie des Kitschs befindet! Eigentlich brauche ich nur einen Platz im Internet um meine Gedanken und mein mentales Zirconium abladen (und anderen ohne Zwang aufladen) zu können. Ich mag es, sinnfreie Texte zu schreiben und bin auch manchmal SO faul, dass ich Sätze einfach nicht zu Ende Weder leide ich unter Thaasophobie noch unter Vitricophobie, denn ich besitze gar keinen.
Auch die Zemmiphobie ist mir fremd, ich finde Nacktmulle eigentlich ganz putzig! Dies ist auch ein Teil der Begriffe, die meinen Blog beschreibt (nein, nicht Nacktmulch) - ich schreibe gerne über überzuckerte Dinge, die mir nicht mehr aus dem Kopf gehen, andere Welten in denen ich mich verlaufe, Rezensionen die ich an Euch loswerden will usw. Manchmal, eher selten als übermäßig oft, könnte es auch sein das es auch um MICH geht.
Ihr wollt auch einen intergalaktischen Austausch zum Mars unternehmen? Oder wissen, wie das geheime Leben einer Superheldin abläuft? Autogramme abgreifen? Dann fragt mich! Auch für andere Fragen sowie Kritik, sofern erdbeerigst, Wünschen oder Äußerungen, bin ich vorübergehend aufgeschlossen. (: